Bin ich ein Stifter?
10 Fragen, die sich jeder Kleinstifter stellen sollte.
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Welches ist die beste Stiftungsform für das angestrebte Ziel?
10 Fragen, die sich jeder
Kleinstifter stellen sollte!
Stiften ist einfach und auch für Menschen mit durchschnittlichen Ersparnissen attraktiv. Für eine rechtsfähige Stiftung genügt mitunter ein Kapital von 50.000 Euro, die
Gründung einer Treuhandstiftung ist bereits mit 25.000 Euro möglich.
Wer allerdings mit kleinen Beträgen eine eigene Stiftung gründen will, sollte vorab
genau prüfen, ob sich die große Vision tatsächlich mit den vorhandenen Mitteln
umsetzen lässt. Es gibt viele Möglichkeiten, wie gemeinnütziges Engagement umgesetzt werden kann. Wir möchten, dass Sie den optimalen Weg zur Erreichung Ihrer
Ziele finden.
Mit dieser Broschüre möchten wir Sie für die wichtigsten Fragen sensibilisieren, die
Sie sich im Vorfeld stellen sollten. Unser Ziel ist es, Ihnen bereits frühzeitig einige hilfreiche Informationen und Impulse mit auf den Weg zugeben, damit Sie Ihr Engagement richtig gestalten können. Gerne sind wir Ihnen dabei behilflich.
Am Anfang einer Stiftungsidee geht es zunächst darum, die passende Form für das
gemeinnützige Engagement zu finden. Im Mittelpunkt der Überlegungen sollte die
Frage nach der Zielerreichung stehen. Nicht immer ist die klassische Stiftung, also
eine rechtsfähige Stiftung, das beste Instrument zur Lösung einer bestimmten gesellschaftlichen Aufgabe, auch wenn eine Anerkennung häufig bereits ab einem Vermögen von 50.000 Euro möglich ist.
Eine Treuhandstiftung ist oft besser geeignet, wenn der Stifter ausschließlich die
Projekte anderer gemeinnütziger Organisationen fördern möchte. Um operative Projekte durchzuführen, kann eine gemeinnützige GmbH sinnvoller sein als die rechtsfähige Stiftung, wenn beispielsweise die staatliche Aufsicht nicht gewünscht wird. Wer
gerne in der Gruppe agiert und in demokratischen Prozessen entscheidet, ist vielleicht sogar mit einem Verein besser bedient. Häufig ist auch eine Zustiftung in eine
bereits bestehende Stiftung die bessere Lösung – über einen Stiftungsfonds kann
auch in diesem Fall ein Projekt einer anderen Stiftung gezielt gefördert werden.
In jedem Fall sollte man sich im Vorfeld seines Stiftungsengagements genau beraten
lassen und keine übereilten Entscheidungen treffen.
Ihre
Melanie Jakobs
Geschäftsführerin
Passt das Stiftungsvermögen beziehungsweise der
voraussichtliche Stiftungsertrag zum angestrebten
Stiftungszweck?
Stiftungserträge und Stiftungszweck müssen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Wer eine reine Förderstiftung anstrebt, kann mit einer jährlichen Ausschüttung von einigen Tausend Euro schon viel bewirken. Operative Projekte lassen
sich mit diesen Mitteln natürlich nicht verwirklichen.
Die Durchführung eigener Projekte erfordert in der Regel einen erhöhten personellen und finanziellen Aufwand, den viele kleine Stiftungen nicht bewältigen
können. Auch gibt es bestimmte Stiftungszwecke, wie beispielsweise im Bereich der
Krebsforschung, die mit wenigen Tausend Euro im Jahr nicht sinnvoll verwirklicht
werden können
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Was muss ich beachten, damit das Stiftungsvermögen auch bei
angespannten Kapitalmärkten nicht schrumpft?
Stiftungen müssen im Prinzip dafür sorgen, dass das Stiftungsvermögen ungeschmälert erhalten bleibt. Da der Wert des Stiftungsvermögens, insbesondere bei Anlagen
in Wertpapieren, Schwankungen unterliegt, sollten Stiftungen grundsätzlich von den
steuerrechtlichen Möglichkeiten der Rücklagenbildung Gebrauch machen, um einen
gesunkenen Wert ausgleichen zu können. Kleinere Stiftungen haben häufig nur eingeschränkte Möglichkeiten, sich gegen einen Wertverlust zu wappnen.
Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Stiftung mit
relativ kleinem Vermögen finanziell zu stärken?
Um sinnvoll arbeiten zu können, braucht eine Stiftung einen gewissen finanziellen
Spielraum. Der muss sich aber nicht notwendigerweise aus dem Vermögen zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung ergeben. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten,
eine – im Prinzip – kleine Stiftung finanziell zu stärken.
Durch gute Öffentlichkeitsarbeit können Spenden und Zustiftungen Dritter eingeworben werden. So wird anlässlich privater Geburtstagsfeiern oder Firmenjubiläen
zunehmend zu Spenden statt Geschenken aufgerufen. Wer sich nicht zu Lebzeiten
von Vermögenswerten trennen will, kann eine Stiftung auch testamentarisch begünstigen. Und wer aus ererbtem Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung zustiftet,
kann Vergünstigungen im Rahmen der Erbschaftsteuer erhalten.
Auch mit einem Stifterdarlehen kann eine Stiftung finanziell unterstützt werden,
indem die aus der Geldanlage erwirtschafteten Erträge für den Stiftungszweck
zur Verfügung gestellt werden. Der Darlehensgeber verzichtet seinerseits auf eine
Verzinsung und hat die Möglichkeit, der Stiftung die Schulden später ganz oder
teilweise zu erlassen.
Schließlich können auch Benefizveranstaltungen und Sponsoringvereinbarungen die
finanzielle Ertragskraft einer Stiftung stärken.
Wie realistisch ist es, dass sich das private oder
berufliche Umfeld des Stifters mit Spenden und
Zustiftungen am Engagement beteiligt?
Was diesen Punkt betrifft, haben viele Stifter anfangs zu hohe Erwartungen. Gerade
Stifter, die lediglich ein relativ kleines privates Umfeld ansprechen können, sind oft
enttäuscht über die spärliche Beteiligung. Aber es gibt auch viele Stifter, die ein sehr
großes Potenzial für Spenden- oder Zustiftungsaktionen haben. Hier ist es wichtig,
dass der Stifter seine Möglichkeiten im Vorfeld realistisch einschätzt und gut beraten wird. Dabei kommt es immer darauf an, wie gut der Stifter beruflich oder privat
vernetzt ist. Einer Person des öffentlichen Lebens wird das Einwerben von Spenden
nicht schwer fallen.
Stifter, die sich nicht sicher sind, dass sie Spenden oder Zustiftungen erhalten, sollten
den Stiftungszweck so wählen, dass sie ihn auch ohne Beteiligung durch Dritte
erfüllen können oder gegebenenfalls von der Stiftungsgründung absehen und sich
vielleicht lieber mit einer Zustiftung an einer bestehenden Stiftung beteiligen.
Wie vermeide ich, dass eine kleine Stiftung durch anfallende Kosten
im Zusammenhang mit Stiftungsaufsicht, Buchhaltung, Werbung etc.
uneffektiv wird?
Gerade bei einer kleinen Stiftung muss man darauf achten, dass die Verwaltungskosten möglichst gering bleiben. Das fängt bereits bei der Wahl der Stiftungsform
an. Die Treuhandstiftung kommt mit einer schlanken Verwaltung aus, da aufgrund
der reinen Fördertätigkeit kein hoher Personalaufwand erforderlich ist und auch keine Kosten für einen Wirtschaftsprüfer anfallen. Eine kleine Stiftung sollte sich genau
überlegen, welche Kommunikationsmedien sie sich leisten kann. Häufig ist auch die
persönliche Ansprache erfolgversprechender als die Kommunikation über Medien.
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Wie stelle ich sicher, dass eine kleine Stiftung von
kompetenten Menschen geleitet wird, ohne dass
dabei teure Experten notwendig sind?
Viele Stifter scheitern an der Besetzung der Stiftungsgremien oder bei der Suche
nach einem geeigneten Nachfolger für ihr eigenes Engagement. Insbesondere
kleine Stiftungen können sich keine entgeltlich tätigen Stiftungsorgane oder Mitarbeiter leisten. Dennoch wünschen sie sich erfahrene und vertrauenswürdige Personen im Vorstand oder Beirat in der von ihnen gegründeten Stiftung. Da in vielen
Fällen im näheren Umfeld keine geeigneten Nachfolger zu finden sind, haben
einige Anbieter kreative Lösungen gefunden, wie z.B. einen Service, der bei der
Besetzung von Stiftungsgremien behilflich ist.
Wahl des passenden Treuhänders vom Stiftungszweck und seiner Verwirklichung
ab. In vielen Fällen möchte der Stifter die von ihm als förderungswürdig empfundenen Projekte einer schon existierenden rechtsfähigen Stiftung unterstützen, die
dann als Treuhänderin für die eigene Treuhandstiftung sinnvoll erscheint. Möglicherweise kommt es dem Stifter jedoch gerade auf die Unabhängigkeit des Treuhänders
in Bezug auf den Stiftungszweck an.
Eine rechtsfähige Stiftung bietet im Vergleich zu einer natürlichen Person in der Regel
den Vorteil der dauerhaften Beständigkeit. In allen Fällen sollte der Treuhänder für
eine dauerhafte Zusammenarbeit vertrauenswürdig sein.
Sind sowohl die Stiftung als auch der Stiftungszweck so gestaltet, dass sie einige Generationswechsel überstehen?
Wie viel Zeit kann und will ich in die Stiftungsarbeit investieren?
Ob eine Stiftung mit mehr oder weniger Arbeit verbunden ist, hängt davon ab, wie
sie konzipiert ist und welche Hilfe sich der Stifter holt. Eine reine Förderstiftung, die
jedes Jahr ein paar Tausend Euro aus Vermögenserträgen ausschütten kann, erfordert keinen hohen Arbeitseinsatz. Wenn man erst einmal das richtige Förderprojekt
gefunden hat, beschränkt sich die Stiftungsarbeit im Wesentlichen auf eine Überweisung im Jahr. Wenn man dann noch die Verwaltung in professionelle, aber günstige Hände legt, ist der Stifter kaum belastet.
Wesentlich höher wird der Aufwand dagegen, wenn die Stiftung darauf angewiesen
ist, Spenden zu generieren. Dann muss man Spendenaufrufe organisieren, Öffentlichkeitsarbeit machen, Zuwendungsbestätigungen erstellen und verschicken und vieles
mehr. Eine rechtsfähige Stiftung mit eigenen Projekten erfordert grundsätzlich einen
wesentlich höheren Einsatz des Stifters oder hauptberuflich agierender Mitarbeiter.
Wie finde ich den richtigen
Treuhänder, wenn die Entscheidung für eine Treuhandstiftung
gefallen ist?
Wer seine Stiftung in guten Händen wissen will, sollte sich an einen professionellen Anbieter wenden, der im Bereich
der Stiftungsverwaltung über Kompetenz
und Erfahrung verfügt. Häufig hängt die
Da Änderungen des Stiftungszwecks nachträglich nur schwer möglich sind, sollte
der Stiftungszweck allgemein formuliert werden, um die notwendige Flexibilität für
Anpassungen zu erhalten. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die Stiftungsorgane
mit entsprechenden Änderungsbefugnissen auszustatten oder Regelungen zum Verbrauch des Stiftungsvermögens aufzunehmen.
Die Zukunft der Stiftung kann aber auch dadurch gefährdet werden, dass die Gremienbesetzung zu starren Regelungen unterliegt. Häufig sieht der Stifter vor, dass die von
ihm begonnene Stiftungsarbeit durch Nachkommen fortgeführt werden soll, bedenkt
aber nicht, dass es an geeigneten Familienmitgliedern fehlen kann. Auch sollte bedacht
werden, dass durch die Ausrichtung auf eine Person, die die Geschicke der Stiftung
lebzeitig leitet, notwendige und innovative Veränderungen unterbleiben können.
Bei Errichtung einer Treuhandstiftung muss sich der Stifter darüber im Klaren sein,
dass seine Erben die Begeisterung für seine Stiftung möglicherweise nicht teilen und
das Treuhandgeschäft widerrufen beziehungsweise kündigen können. Zur Vermeidung sollte der Stifter über eine satzungsmäßige Beschränkung der Beendigungsmöglichkeiten nachdenken, die jedoch den erbrechtlichen Formvorschriften genügen
müssen. Um grundlegende Fehler bei der Satzungserstellung zu vermeiden, ist in
jedem Fall eine umfassende rechtliche Beratung im Vorfeld einer Stiftungsgründung
zu empfehlen.
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