Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
Grau
wie Gewürgte sehn.
Ineinander dicht hineingehakt
die zwei Fassaden
Sitzen in den Trams
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander ohne Scheu befragt.
Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich
weine.
Unser
wird
Gegröle . .
-Und
wie still in dick verschlossener Höhle
Ganz
unangerührt
und
unangeschaut
Steht jeder fern und fühlt:
alleine
Städter
Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte beieinander sehn.
Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander, ohne Scheu befragt.
Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken .. wird Gegröle ..
-Und wie still in dick verschlossner Höhle
Ganz unangerührt und unangeschaut
steht ein jeder fern und fühlt: alleine.
Alfred Wolfenstein (1888-1945)

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