Nachhaltigkeitsprüfung im
Integrierten StadtEntwicklungsKonzept Filderstadt
Workshop LUBW, Agendabüro,
Ludwigsburg, 20.7.2011
Thomas Haigis
Referent für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung
Filderstadt
Integriertes Stadtkonzept?
x ISEK zentrales Steuerungsinstrument für GR und Verwaltung,
x Betrachtung aller kommunalen Handlungsfelder
x Entwicklung der Stadt in 15 - 20 Jahren
x geht weit über die gesetzliche Bauleitplanung hinaus;
aber kein gesetzliches Verfahren
x Arbeitsschritte: Aufbereitung Ist-Zustand,
Herausforderungen, Bewertungen und Ziele/ Maßnahmen
x Intensiver Beteiligungsprozess mit Stadtakteuren
x Ziel: strategischer Plan, Masterplan, Nachhaltigkeitsstrategie
x NICHT: konkrete Maßnahmen und Finanzierung
Die 10 Handlungsfelder im ISEK Filderstadt
1_Stadtteile
2_Nahmobilität
3_Freiräume
• Wohnformenund Standorte
• Radroutennetz
• Lebensräume
Pflanzen, Tiere,
Menschen
• Radinfrastruktur
• Nachverdichtung
• Fußgänger
• Gewerbe
• Ruhender
Verkehr
• Wohnumfeld
• Stadtteilzentren
• Motorisierter
Verkehr
• Infrastruktur
• ÖPNV - Netz
• Naherholung
• Kulturlandschaft
• Streuobst,
Fließgewässer
• Umweltbildung
• Siedlung/ freie
Landschaft
6_Kunst&
Kultur
7_Aufwachsen
/ Lernen
8_Älter
werden
• Vielfalt Angebot
• Betreuungsangebot
• Wohnen im
Alter
• Schullandschaft
• Hilfe und
Pflege
• Integrative
Teilhabe
• KinderKulturbildung
• außerschulische
Bildung
• Marke
Kulturstadt
• Familie
• Kinder/
Jugendliche
• Bildung Leben
und Beruf
• Vereinbarkeit
Beruf/ Pflege
• Versorgung
• Teilhabe am
Gemeinwesen
4_Energie/
Klima
5_Wirtschaft/
Arbeit
• Energienetze
• Bestand und
Neuansiedlung
• Wirtschaftlichkeit
• Regenerative
Energien
• Energieeffizienz
kommunaler
Gebäude
• Unternehmensgründung
• Netzwerke
• Innenentwicklung
• Stadtmarketing
• Klimaschutz
9_Integration
• Teilhabe
fördern
10_Gesundheit
Sport/
Freizeit
• BildungAusbildung
• Gesundheitsförderung
• Öffnung von
Einrichtungen
• medizinische
Versorgung
• Rolle Vereine,
Verbände
• zielgruppengerechtes
Angebot
• Rolle Vereine
TH 16.4.2011
5 Herausforderungen für eine
Nachhaltige Stadtentwicklung
1_ Klimaschutz/Klimaanpassung
2_ Demographischer Wandel
3_ Suburbanisierung
4_ Finanzkrise/Strukturwandel
5_ Partizipation/Sozialer Ausgleich
1_ Herausforderung Klimawandel
Vermeidungsstrategien
• Reduzierung der CO2-Emissionen
• Reduzierung des Energieverbrauchs
• Nutzung erneuerbarer Energien
Klimaanpassungsstrategien
• Stadtumbau
• Anpassung an Extremwetter-Ereignisse
•
Aufgaben- / Geschäftsfelder Stadtwerke
Filderstadt? Energie-Monitoring und
Energie-Management
•
Energie-Beratung
•
Ausbau regenerativer Energie, Potenziale
•
Vernetzung mit anderen Handlungsfeldern?
2_ Demografischer Wandel
3_ Herausforderung Zersiedlung
Aichtal
Wolfschlugen
Denkendorf
Wald
Landwirtschaft
Siedlung/Verkehr
Leinf.Echterd.
Filderstadt
• Anzahl der Einwohner
stagniert
• aber Flächenbedarf pro
Einwohner wächst
• RE – Urbanisierung zu
beobachten
Neuhausen
Ostfildern
0
20
40
60
80
3_ Zersiedlung – was tun?
X Stadt der kurzen Wege
X Innenentwicklung
X Baulückenmanagement
X Urbane Wohnformen
X Innerstädtischer Einzelhandel
X Eigenständigkeit der Stadtteile –
Konzentration der
Siedlungsentwicklung?
X Grüne Mitte?
X Landschaftspark Filder?
4_ Herausforderung Finanzkrise
X Abhängigkeit von
globalen Entwicklungen
X Renaissance von
Regionalisierung und
Kleinteiligkeit
X Renaissance von
staatlicher Regulierung
X Nachhaltigkeit im
Finanzwesen
X Generationengerechtigkeit
X Synergien und
Flexibilisierung in der
Infrastruktur
X Globaler
Standortwettbewerb
X Konzentration kommunaler Infrastruktur
X Arbeitsteilung zwischen Stadtteilen
X Nachhaltige Haushaltsplanung
X Standort-Marketing
X Standort-Vorteil Flughafen - Messe
X Regionale Produkte – Landwirtschaft
(„Filderkraut“)
5_ Herausforderung Partizipation / BE
X Herausbildung einer Stadtidentität
Partizipativer Stadtentwicklungsprozess
X Kontinuierliche Akzeptanzfindung und
Beteiligung
X Offene Werkstätten /FOREN
X Förderung des
Sozialen Zusammenhalts
X Integrations-Angebote
X Öffnung sozialer Infrastruktur,
Gemeinwesenarbeit: Schulen, Kigä,
X Neue Beteiligungsformen
Heime, Klinik, Behinderteneinrichtungen,
X Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen
vhs, fbs, Vereine und Kirchen, Parteien,
X Vermeidung sozialräumlicher
Kunst- / Musikschule
Polarisierungen
X Corporate citizenship
X Kontinuierliche Partizipation
z.B. Filderstädter Weg
Integriertes
StadtEntwicklungsKonzept
Filderstadt 2025
Betrachtung der Nachhaltigkeit von Projekten und Maßnahmen
1. Entscheidungshilfe für die Schwerpunktsetzung des Gemeinderats
2. Ergebnis stellt kein Ausschlusskriterium dar, soll als Entscheidungshilfe dienen
3. Ist Teil des „Integrierten“ Vorgehens im Stadtentwicklungsprozess
Nachhaltigkeit von Projekten und Maßnahmen
Entscheidungshilfe für die Schwerpunktsetzung -- Entscheidungshilfe - kein Ausschlusskriterium
Indikatoren
Was heißt nachhaltige Entwicklung?
X Wirtschaftlich effizient und leistungsfähig
X Ökologisch verträglich
X sozial gerecht und ausgeglichen
Wirtschaft /
Arbeit
• lokale
Wertschöpfung
Ökologie
• Ressourcenschonung
• Naturnähe
• Vielfalt Branchen
• Umweltqualität
• Öffentlicher
Haushalt
• Umweltgerechte
Mobilität
• Arbeitsplätze
• Flächenverbrauch
• Nahversorgung
Soziales
Generationengerechtigkeit
• Situation sozialer
Gruppen
• Stadt der kurzen
• Gesundheitsvorsorge
• Aus- / Weiterbildung
• Lebenslaufgerechtes
Wohnen
• Sicherheit
• Nahversorgung
• Kultur und Freizeit
• Intergeneratives
Zusammenleben
Wege
TH 16.4.2011
Leitbild: Gleichwertigkeit von Wirtschaft/Ökologie/Sozialem
Grundlagen
1. UN Rio de Janeiro 1992, 2. Charta von Aalborg 2004, 3. EU Charta von Leipzig 2008
4. EU Erklärung von Toledo 2010, 5. Städtetag BW 2009 mit 150 Indikatoren zur Stadtentwicklung
ISEK - Nachhaltigkeitsprüfung
1.0 Wirtschaft und Arbeit
Lfd.
Nr.
Kriterium
Indikator
1.1
Lokale Wertschöpfung
Ist die das Projekt/Maßnahme geeignet, sich positiv auf die Auftragslage
der regionalen Betriebe und den Absatz regionaler Produkte
auszuwirken ?
1.2
Vielfalt von Branchen /
Wirtschaftsstruktur
Ist das Projekt/Maßnahme geeignet, sich auf die Vielfalt der Branchen
für eine gesunde Wirtschaftsstruktur auszuwirken?
1.3
Öffentlicher Haushalt
Ist die Maßnahme /Projekt geeignet, sich finanziell positiv auf den
öffentlichen Haushalt auszuwirken?
1.4
Arbeitsplätze
Kann das Projekt/Maßnahme sich positiv auf die Anzahl und die
Qualität von Arbeitsplätzen auswirken?
1.5
Nahversorgung
Kann das Projekt/Maßnahme die Nahversorgung (beispielsweise
Einkaufen, Treffpunkte, Dienstleistungen, Versorgungsstruktur… vor
Ort) stärken?
+
o
-
ISEK - Nachhaltigkeitsprüfung
2.0 Ökologie
Lfd.
Nr.
Kriterium
Indikator
2.1
Ressourcenschonung
Ist das Projekt/ die Maßnahme geeignet, dass mit Energie und
Rohstoffen sparsam und effizient umgangen werden kann und auch
einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann?
2.2
Ökologische Vielfalt und
Naturnähe
Kann das Projekt / die Maßnahme sich positiv auf den Artenreichtum in
der Tier- und Pflanzenwelt und deren natürliche Lebensräume
auswirken?
2.3
Umweltqualität
Kann sich das Projekt/Maßnahme positiv auf den Zustand von
Boden/Luft/Wasser auswirken?
2.4
Umweltgerechte Mobilität
Ist das Projekt/ die Maßnahme geeignet, dass die Mobilität im
Umweltverbund Bus, Bahn, Rad und zu Fuß gehen sich positiv
entwickeln kann und einen Beitrag zum Klimaschutz leistet?
2.5
Flächenverbrauch
Ist das Projekt/die Maßnahme geeignet, sparsamen und effizient mit
Grund und Boden umzugehen?
+
o
-
ISEK - Nachhaltigkeitsprüfung
3.0 Soziales
Lfd.
Nr.
Kriterium
Indikator
3.1
Situation verschiedener
sozialer Gruppen
3.2
Gesundheit und
Gesundheitsvorsorge
Ist das Projekt/die Maßnahme geeignet, dass auf die Gesundheit und die
Gesundheitsvorsorge eine positive Wirkung ausgeht?
3.3
Aus- und Weiterbildung
Ist die das Projekt/die Maßnahme geeignet, einen besseren
Bildungsstandard und mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen?
3.4
Sicherheit
Kann durch das Projekt/die Maßnahme das subjektive/objektive Gefühl
von Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern?
3.5
Kultur und Freizeit
Ist das Projekt/die Maßnahme geeignet, auf die Qualität und die
Zugänglichkeit des Angebots sich positiv auszuwirken?
 Wirkung auf Familien und die Pflege von Angehörigen?
 Wirkung auf Kinder / Jugendliche?
 Wirkung auf SeniorInnen?
 Wirkung auf die Geschlechtergerechtigkeit – Beziehung zwischen
Männern und Frauen?
 Wirkung auf Menschen mit Behinderung?
 Wirkung auf MigrantInnen und deren Einbindung?
+
o
-
ISEK - Nachhaltigkeitsprüfung
4.0 Generationengerechtigkeit und Demografischer Wandel:
Innenentwicklung und Wohnen in den Ortszentren
Lfd.
Nr.
Kriterium
Indikator
4.1
Prinzip „Stadt der kurzen
Wege“
Ist das Projekt/ die Maßnahme geeignet, dieses Prinzip konkret
umzusetzen? Stärkt das Projekt die „Innenentwicklung“ und fördert
dieses eine „kompaktere Stadt“?
4.2
Lebenslaufgerechtes
Wohnen
Ist das Projekt/ die Maßnahme geeignet, sich positiv auf ein
zeitgemäßes, bezahlbares Wohnen für alle Generationen in den
Ortskernen auszuwirken?
4.3
Nahversorgung
Ist das Projekt / die Maßnahme geeignet, die Nahversorgung in den
Ortszentren herzustellen und dauerhaft zu sichern (Einkaufen,
Treffpunkte, Dienstleistungen, kulturelles Angebot… ), trifft dieses vor
allem auch für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zu, die
sich selbstbestimmt und selbständig versorgen wollen?
4.4
Intergeneratives
Zusammenleben
Ist das Projekt /die Maßnahme geeignet, das Zusammenleben und
Zusammenwirken der Generationen fördern?
+
o
-
ISEK – Nachhaltigkeitsbetrachtung
Handlungsfeld: 10
Maßnahme/Projekt: ca.180
Zusammenfassung in
einer Ampel?
Auswirkung auf eine nachhaltige Entwicklung:
Kriterium
1. Wirtschaft und Arbeit
2. Ökologie
3. Soziales
4. Demografischer Wandel
positiv
neutral
nachteilig
Referat für Bürgerbeteiligung und
Stadtentwicklung
Martinstraße 5
70794 Filderstadt
Thomas Haigis
Tel.: 0711/7003-375
Fax: 0711/7003-376
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