Public Health Ansatz in der Sozialversicherung –
am Beispiel eines Projekts der regionalen
Gesundheitsförderung
Mag.ª Monika Bauer, Gesundheitssoziologin,
Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH (IfGP), Wien
Dr.in Stephanie Klingler, Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin,
Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH (IfGP), Graz
Inhalt
•
Gesundheitsförderung mit älteren Menschen in der
Sozialversicherung
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Projekt JA!Jetzt Aktiv – Gesundheitsförderung mit Frauen und
Männer 50+
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Aufbau
Ergebnisse
Ableitungen
2
Gesundheitsförderung mit älteren
Menschen
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•
Erfreuliche Bilanz – Steigerung der Lebenserwartung
Starke Zunahme der Alterung bis ca. 2050 gehen –
insbesondere der ältesten Bevölkerungsgruppe
Positive Auswirkung auf das Gesellschaftssystem: ältere
Menschen haben oft ein gefestigtes Selbst-Konzept, sehen ihr
Leben klar und sind zufriedener
Bringt neue Anforderungen an das Gesundheitssystem mit
sich - ältere Menschen haben höheren Bedarf an
Gesundheitsleistungen
Anforderungen an den Generationenvertrag steigen –
Belastungen der einzelnen müssen in einem vernünftigen
Verhältnis stehen damit er erfüllt werden kann
• 1900: 12 BeitragszahlerInnen pro RentnerIn, 1990: 3 BZ
pro R, 2050: 2 BZ pro R
Auswirkungen in finanzieller, gesellschaftlicher,
arbeitspolitischer Hinsicht
3
Die Gesundheit
•
•
•
•
Eng zusammenhängend mit der erhöhten Lebenserwartung
ist die Entwicklung des Krankheitsspektrums. Signifikanter
Zuwachs an chronisch-degenerativen Krankheiten.
GF/P wird gerade bei chronischen Beeinträchtigungen als
zentraler Ansatzpunkt gesehen
Ursachen der chronisch-degenerativen Erkrankungen werden
in den Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnissen gesehen –
dadurch werden Lebensweisen geprägt
Annahme ist berechtigt, dass das Ausschöpfen der Potentiale
und Reservekapazitäten sich positiv auf den Alterungsprozess
auswirkt
4
Das Gesundheitssystem: Die
Sozialversicherung
•
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•
•
•
Anforderungen für das Gesundheitssystem steigen
Neben der für alle zugänglichen, bedarfs- und qualitätsgerechten sowie kosteneffizienten Krankenversorgung geht es
Um eine moderne Gesundheitspolitik die sich am Public
Health Ansatz orientiert– freiwillige GF/P-Leistungen
Es kommt zur Erweiterung der Rolle der SV – neben dem
Schutz im Fall von Krankheit – Erhaltung der Gesundheit
Um den Anspruch einer „Säule für GF/P im
Gesundheitssystem“ gerecht zu werden, ist ein höherer Grad
an Verbindlichkeit notwendig.
Notwendig ist von Einzelaktivitäten zu zielorientierten
Prozessen zu kommen
„freiwillige Leistungen“ zu „Pflichtleistungen“ der GF/P
5
Neue Rolle für die Sozialversicherung
Die eher reaktive Rolle als Zahler und
Auftraggeber von kurativen, rehabilitativen oder
langfristigen Versorgungsleistungen wird
abgelöst von einer aktiveren Rolle, in der es
darum geht die Versicherten für
Gesundheitsförderung und Prävention zu
motivieren und sie in Initiativen zu involvieren
6
Settingorientierte Gesundheitsförderung
in der Sozialversicherung
Setting
Zielgruppe
Struktur
Sozialversicherung
Betrieb, Schule
Aktiv
Beschäftigte
und jüngere M.
Formalisierte
Strukturen, relativ leicht
veränderbar
etabliert
Region: Familie,
Gemeinde,
Vereine,
Nachbarschaft
Alle Menschen,
Ältere
Menschen,
nicht aktive,
Arbeitslose
Weniger formalisiert,
weniger gut gestalt- und
beeinflussbar, offene
Lebenswelt
Ausgebautes Netz –
Gesunder
Gemeinden/Städte
ohne SV aufgebaut,
reg. GF ist ein neuer
Bereicht
Gerade auch die nachbarschaftlichen, gemeindebasierten
Strukturen des alltäglichen Lebens sind Gegenstand der
Gesundheitsförderlichen Entwicklung (Ottawa Charta)
7
JA!Jetzt Aktiv – GF mit Frauen und
Männern 50+
Ausgangslage
VAEB führt GF/P-Programme im Bereich
BGF durch, dieses Programm wird auf die
Zielgruppe der nicht aktiven Versicherten
erweitert, Pilotprojekt in der Steiermark
Ziel
Gesundheitswissen fördern,
Gesundheitsmotivation stärken, zur
gesundheitlichen Lebensstilveränderung
anregen
Zielgruppe
Junge PensionistInnen, Übergangsphase, in
der Steiermark lebend
Maßnahmen
Regionsspezifische Einladung der TN zur
Gesundheitswoche, Teilnahme an der GW,
Nachbetreuung in den Regionen über die
Kooperation mit der Gewerkschaft VIDA,
Betriebsräte Bergbau (BRB)
8
Zielgruppe - Übergangsphase
•
Übergang in eine neue Lebensphase – These ist, das in diesen
Phasen Menschen eher angeregt werden können
•
•
•
•
neue Gestaltungsmöglichkeiten kennen zu lernen
neue Verhaltensweisen zu entwickeln – gesundheitsförderliche!
„Von einer Langeweile bin ich weit weg. Also das ist es nicht. Aber es
ist nicht das was ich mir vorgestellt habe. Also man wünscht sich was
anderes. Nur wie kommt man dort hin? Das ist die Frage.“
„Auf einmal kommt so ein Zusammensturz und man fällt in ein Loch. Am
Anfang übersieht man das, tut einfach nichts mehr so regelmäßig, und auf
einmal ist man drinnen. Dann muß man sich aufrappeln und anfangen zu
planen und das dann auch umsetzen.“
9
Maßnahmen des Projekts
•
•
•
•
Gesundheitsförderliche Angebote
• JA!Jetzt Aktiv – Gesundheitswoche am Josefhof
• JA!Jetzt Aktiv – in der Region - Gesundheitstreffen
Vernetzung mit Organisationen
• Zusammenarbeit zwischen VAEB und VIDA
Soziale Mobilisierung
• Initiieren von selbstorganisierten Gruppen
• Partizipationsprozesse in der Region anregen (Teilnahme in Vereinen
 Vereinsliste erstellen)
Entwicklung persönlicher Kompetenzen
• JA!Jetzt Aktiv – Maßnahmen
• Regionale Gesundheitsmanager, Übungsleiter für z.B Nordic Walking
10
JA! Jetzt Aktiv – Gesundheitswoche (GW)
am Josefhof
Programm
Bewegung, Ernährung, psychosoziale Gesundheit, Theorie
und Praxis, Gruppensetting.
Methoden
Individuelle Analyse der Lebensschwerpunkte, Orientierung
an den ind. Bedürfnissen der TN, Lebensstil- und
Gesundheitsberatung, Reflexion des sozialen
Netzwerkes, Sinn und Ziel der neuen Lebensphase
11
JA! Jetzt Aktiv – Gesundheitstreffen (GT)
in der Region
Programm
Bewegung, Ernährung, psychosoziale Gesundheit, Theorie
und Praxis, Gruppensetting
Methoden
Beratung, Betreuung, Beteiligungsorientierte Erarbeitung
von Themen, Angebote, Reflexion, Strukturaufbau
12
JA! Jetzt Aktiv – in den Regionen
im Detail
•
•
•
•
Gesundheitswoche  Info über VEAB/GBZ Angebote für
die Zielgruppe (Nachbetreuung), Vereinsliste der Region,
Einladung zum Gesundheitstreffen
Gesundheitstreffen in der Region
• Gesundheitstreffen 1
• GF-Coaching (IfGP bzw. GBZ)
• Austausch
• Beteiligungsorientierte Entwicklung eines weiteren
Gesundheitstreffens
• Gesundheitstreffen 2 - Bewegung
• Gesundheitstreffen 3 – Ernährung
Ausbildung zum regionalen Gesundheitsmanager
Ausbildung zum Übungsleiter (z.B: Nordic Walking)
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JA!Jetzt Aktiv – Beteiligungsorientierte
Vorgangsweise
Programmentwicklung
Projektteams mit Beteiligung
der Zielgruppenvertreter –
ÖBB und Bergbau
Fokusgruppen mit der
Zielgruppe selbst
 Entwicklung,
Einbindung
1 Kontakt
Ortsgruppenvertretern
(OGV), BRB
Landesleitertreffen,
Regionstreffen,
Betriebsratssitzungen,
Einladung der Vertreter zur
Gesundheitswoche
Information, Einladung
zur GW
Kontakt
Zielgruppe
Datenrecherche, regionale
Einladung der Zielgruppe,
Anmeldung
 Teilnahme
Gesundheitswoche 373
Personen (Steiermark)
2 Kontakt
Ortsgruppenvertreter , BRB
Telefonische Kontaktaufnahme
zu den OGV, BRB
 Information,
Gesundheitstreffen
JA/Nein
Gesundheitstreffen
Kooperation mit den
Ortsgruppen, Einladung der
TeilnehmerInnen GW
14 Regionen, 159 TN, 2
Treffen bisher, ½ jährl.
14
Struktur - Kooperation zwischen VAEB
VIDA, BRB
Zuständigkeit
Kooperationsvereinbarung
VAEB
Österreichweit tätigere SVTräger, Leistungen der PV, KV
und UV
Unterstützende
Rahmenbedingungen, GFKompetenz und
Ressourcen
VIDA
Österreichweite
Gewerkschaftsstruktur für
Verkehr, Gesundheitsberufe,
private Dienstleistung –
aktive/nicht aktive Mitglieder
Ansprechpartner in den
Regionen, zuständig für
GF
BRB
Für aktive Bedienstete
Ansprechpartner in den
Regionen, zuständig für
GF
An bestehende Strukturen in den Regionen wird angeschlossen, die
Kooperation zwischen VAEB, VIDA und BRB hat langjährige Tradition,
ist positiv besetzt, Einbindung von Anfang an, hoher Anteil an
PensionistInnen bei den Versicherten der VAEB
15
Struktur – Kooperation zwischen VAEB
und VIDA – Förderlich + Hinderlich
Förderliches
Hinderliches
VAEB
Bereitschaft GF/P den Versicherten
als Leistung anzubieten, offen für
innovative Projektentwicklung
MitarbeiterInnen sind
Verwaltungsangestellte
regionale Arbeit ist ein
neuer Aufgabenbereich,
aufwendige Organisation
VIDA
Einbindung von Anfang an
(Landesleiter), Gefühl der
Verantwortung für den Erfolg des
Projekts, eigene Betroffenheit, kleine
begrenzte Gruppe von TN in den
jeweiligen Regionen, Aufgabe bei der
man sich profilieren kann,
Bereitschaft mit zu machen, neues
Angebot für die Mitglieder
Zusätzlicher
Arbeitsaufwand, Kosten,
Frustration da Menschen
schwer zu mobilisieren und
zufriedenzustellen sind, die
tatsächliche Zielgruppe sind
ältere Menschen
BRB
BR stehen finanzielle Mitteln und
administrative Ressourcen zur
Verfügung
Fühlen sich für diese ZG
nicht mehr zuständig
16
Typen von AnsprechpartnerInnen in den
Regionen
• Eine Aufgabe von vielen, zusätzliches Angebot das nicht viel
Arbeit macht. Grundsätzlich aber kein großes Interesse an
GF und am Aufbau einer regionalen GF (7)
• Motivation durch Projekt, Bereitschaft regionale GF
aufzubauen, zu wenig Interesse der TN (4)
• Persönliches Interesse an GF, aber nicht am Aufbau einer
regionalen GF (2)
• Sehr engagiert, ganzheitliches Verständnis von
Gesundheitsförderung, Nutzen für sich selbst erkannt (1)
17
18
Prozesse in der Region
• Die Bereiche Bergbau und Eisenbahn vermischen
sich durch das Projekt mehr
• 14 Regionen nehmen teil, 12 Ortsgruppen, 2
Bergbauregionen  in 7 Regionen gibt
selbstorganisierte Gruppen
• Erweiterung der Zielgruppe: Gruppen erweitern
sich um Bekannte (auch höheren Alters). Immer
wieder Anfragen wegen Angeboten speziell für
ältere SeniorInnen
• Synergie aus Projekten
• Projektfortsetzung und –erweiterung
19
Ergebnisse der Befragungen
Instrumente
Selbstausfüllerfragebogen, vor/nach der
Gesundheitswoche und ¾ Jahr danach,
Kontrollstudie
Dimensionen
Lebenszufriedenheit (Skalen FLZ), Lebensstil,
Veränderungsmotivation, psych., physisch. Und
soziale Gesundheit (Skalen IfGP,
projektspezifische Einzelitems)
Verfahren
Deskriptive und inferenzstatistische
Auswertungen (parametrische Verfahren Varianzanalyse)
Signifikanzniveaus
(*)Tendenz
*Signifikantes Ergebnis
**sehr signifikantes Ergebnis
***höchst signifikantes Ergebnis
20
TeilnehmerInnen/NichtteilnehmerInnen
TeilnehmerInnen
NichtteilnehmerInnen
Gesamt
Erhebun
gszeitpunkt
1
Erhebun
gszeitpunkt
2
Erhebun
gszeitpunkt
3
Erhebun
gszeitpunkt
4
373
366
307
209
42
0
0
51
415
366
307
260
21
Beschreibung der Befragten
Geschlecht (n415)
Alter (n401)
Ausbildung (n415)
Haushaltseinkommen
(n235)
Familiärer Status (n415)
Teilnahme GW mit
Partnerin/Bekannten
(415)
Männer 71,1%
Frauen 26,7%
im Alter von 51-60 Jahre über 80%
Großteil 75% mit Lehrabschluss und
Bildungsabschluss darunter, 6% mit höherem
Abschluss, 19% mit mittlerem Abschluss
Bis 1.500€ - 27%
Bis 2.500€ - 62%
Bis über 4.000€ - 11%
verheiratet 78,8%
Alleine 49,6%
Mit PartnerIn/Bekannten 37,6%
22
Lebensstil
(n 401-410)
Gesunder
Lebensstil
weder noch
Nicht
gesunder
Lebensstil
Gesund ernähren
71%
17%
12%
Bewegung im Alltag
77%
7%
15%
Regelmäßig Sport
44%
11%
44%
Betreiben sie Sport
72%
28%
Alltagsbewegungen
86%
14%
23
Gesundheitszustand
(n275-278)
gut
Mittel
Schlecht
Gesundheitszustand
63% 34%
2%
Zufriedenheit mit G
78% 12%
10%
Gesundheitsbewusstsein
76% 16%
9%
Beschwerden
NTN
*** 4 ZP
***Erschöpfung bei 1 ZP
(*)Rücken/Kreuz bei 4 ZP
**Niedergeschlagenheit bei 4 ZP
*Müdigkeit bei 4 ZP
*Erschöpfung bei 4ZP
24
kurz/langfristige Effekte
kurz
Lebenszufriedenheit
Gesundheitszustand
***bei Gesundheit mehr LZ bei TN
(n294)
(*)bei Person und Bekannten
weniger LZ bei den ZN
(n124-125)
***bei Zustand, Bewusstsein, Zufriedenheit
(n275-278)
**Gesundheitsbewusstsein (n122123)
*Kopfschmerzen
*Verdauungsstör
**Nacken/Schulter
(n123-126)
Beschwerden
Lebensstil
Ernährung
Lebensstil
Bewegung
lang
***Ernährung ( gesunder ernähren,
Gewohnheiten beibehalten) (n 105-109)
**Bewegung (mehr bewegen, regelmäßiger
Sport) (n95-102)
Effekt bildet sich zurück (weniger
als vor der Woche – Interpretation
Lebensstilveränderung
vorgenommen – siehe Teilziele
Effekt bildet sich zurück siehe
Ernährung
*sportliche Aktivitäten und
Alltagsgewohnheiten (n121-123)
25
Ausgewählte Teilziele
Detailziele
Ergebnisse
Kurzfristige Effekte: Verbesserung ***Gesundheitszustand,
***Gesundheitszufriedenheit und ***Gesundheitsbewusstsein
(n275-278).
Subjektive
Gesundheitszustand hat sich
verbessert (n122)
Langfristige Effekte **Gesundheitsbewusstsein (n122-123)
Interpretation: Gesundheitsbewusstsein kann nachhaltig
verändert werden, Gesundheitszustandsveränderungen
benötigen längerer Beobachtung, weiterer Interventionen.
Signifikante Verbesserungen zeigen sich nach einem ¾ Jahr bei
*Kopfschmerzen
*Verdauungsstörungen
**Nacken/Schulterbeschwerden
(n123-126)
27
Ausgewählte Teilziele
Detailziele
Ergebnisse
Fast 70% geben an, sich seit der GW mehr zu bewegen und
73% geben an sich bewusster zu ernähren,
38% geben an mehr Kontakt zu haben,
73% berichten ihr Gesundheitsziel umgesetzt zu haben,
30% der TN haben
ihr Gesundheitsverhalten verändert
die Analyse ergab, dass diejenigen, die an der Josefhofwoche
(n206-209)
alleine teilnehmen tendenziell eher ihr Gesundheitsziele
beibehalten als diejenigen, die gemeinsam mit ihrer Partnerin
oder Bekannten teilnahmen,
28
Teilziele
Detailziele
Ergebnisse
50% der TN
nehmen an GT teil
(n112)
54% der Befragten nahmen an GT in der Region teil (Der
Aspekt gemeinsame Teilnahme von Partnern/Bekannten spielt
diesbezüglich keine Rolle
40% der TN, an
einer Maßnahme
in der Region, GV
positiv beeinflusst
Die Ergebnisse zeigen, signifikante Unterschiede zwischen
den TN und NTN der GT dahingehend auf, dass die TN davon
berichten,
sich seit der GW mehr zu bewegen
und regelmäßiger Kontakt zu Bekannten und Freunden aus
der Region haben
Übernahme des
JA!Jetzt Aktiv
Programms in den
Regelbetrieb der
VAEB
29
Teilnahme Gesundheitstreffen (n95-112)
100%
80%
60%
77%
75%
75%
70%
69%
57%
50%
Teiln. Ges.treffen_ja
Teiln. Ges.treffen_nein
40%
24%
20%
0%
Mehr Bew egung **
Bew usstere
Ernährung
Regelmäßigerer
Kontakt zu Bekannten
und Freunden ***
Gesundheitsziel
umgesetzt und
beibehalten
30
Hindernisse und Förderliches
Vermutete Hindernisse (nach
der GW) sind weniger als
tatsächliche Hindernisse
(nach ¾ Jahr)
Vermutete mehr als
tatsächlich
Förderliche
Gewohnheit
Wille
Zeit, stress
Fehlendes Angebot
Gesundheitszustand
Familie
Partnerin
Bekannte
Finanzielle Situation
Wohlbefinden
Partnerin
Wille
Regelmäßigkeit
Gemeinsame Aktivitäten
31
VIDA 1
•
•
•
Gesundheit ist in diesem Setting nicht primäres
Handlungsfeld, hat sozialpolitische Aufgabe für die
Mitglieder
Die Mitglieder über ihre Versicherung/neueste
Entwicklungen/Krankheitsversorgung zu informieren ist
jedoch immer schon eine wichtige Aufgabe gewesen –
enge Verbindung zwischen VAEB und VIDA Bereitschaft neben der Information über die
Krankheitsversorgung, Gesundheitsförderung in die
Struktur zu integrieren ist da.
System ist koordiniert, Verbindlichkeit der Mitglieder zum
Teil groß, zum Teil wenig Gruppenstabilität
32
VIDA 2
•
•
•
Investition in die Kooperation zwischen VIDA und VAEB
ist notwendig – z.b Gesundheitsbudget von Seiten der
VIDA
Strukturelle Veränderungen sind notwendig z. B
Kommunikationswege
Handelnde Personen sind ältere Menschen und Männer,
die Zusammenarbeit ist langjährig und eingeschliffen,
konkretes Bild über die Aufgaben der SV liegt vor, die
Versicherung ist Leistungsbringer, Verantwortung für
Gesundheit liegt bei der Versicherung Typen von
Ansprechpersonen
33
VAEB 1
•
•
•
•
Primäre Aufgabe ist Gesundheitsversorgung
System ist koordiniert, Logik des Systems folgt zum
Großteil der Krankenversorgung
System ist weitläufig und komplex (Eigene
Einrichtungen, Gesundheitszentren, Sitz in Wien, Graz)
Guter Zugang zur Zielgruppe – hat ein gutes Verhältnis
zur Bevölkerung, zu Leistungserbringern,
Gewerkschaften, Arbeitgebern, Versicherte sehen VAEB
als ihre Versicherung, sind stolz – diese Strukturen
können genutzt werden, gute Zielgruppenerreichung,
Angebote beteiligungsorientiert entwickeln
34
VAEB 2
•
•
Parallel zur Ortsgruppenstruktur kann die VAEB
selbstorganisierte Gruppen betreuen – mittels eines
bereits bestehenden GF/P-Angebot
Verbindung zwischen stationären und regionalen
Maßnahmen aufbauen um die Nachhaltigkeit zu
gewährleisten – INFORMATION ist von hoher
Wichtigkeit, Verbreitung durch Kommunikationsmedien,
Zusammenarbeit der Eigenen Einrichtungen (stationäre
und ambulante Einrichtungen)
35
Settingmodelle
Unterscheidung von verschiedenen Formen der SettingAktivitäten nach Whitelaw et al. 2001
•
•
•
•
Passiv und aktiv bezieht sich vor allem auf
Verhaltensveränderungen
Vehikel-Modell – setzt an Gesundheitsthemen an, die als
Türöffner für Entwicklungen auf weiterer Setting-Ebene
dienen soll – Fokus liegt auf der strukturellen Faktoren und
ihrem Einfluss auf die Gesundheit
Organische-Modell, Ziel sind systemische Veränderungen
Umfassende-Modell, Ziel sind systemische Veränderungen
und vor allem top-down Ansatz
36
Partizipationshypothese
Unterscheidung von verschiedenen Graden der Partizipation,
Grad der Involviertheit von Gemeindestruktur und
Bevölkerung nach Raeburn und Corbett 2001
•
•
•
Lebensweltbasierte Intervention
• Setting bietet Zugang zur Zielgruppe
• Maßnahmenplanung durch ExpertInnen (Gesundheitstag,
Kariesprohpylaxe)
Lebensweltlich orientierte Aktivität
• Aktive Beteiligung
• Ausgangspunkt ist ein objektiver Bedarf
Gemeinde- und Regionsentwicklung
• Aktive Beteiligung
• Planung, Durchführung in den Gemeinden
37
Von der reaktiven zur aktiven Rolle – die
Beziehungsarbeit 1
•
Zusätzliche Aufgabe der SV – Erhaltung der Gesundheit
der versicherten Personen, in die Gesundheit
investieren, Gesundheitskompetenz zu stärken
•
Settingorientierte GF – Gesundheit in Strukturen
verankern, Gesundheit in der Struktur der SV verankern,
Basis für nachhaltige und bedarfsorientierte Entwicklung
•
•
Anforderungen von außen werden an die SV heran
getragen – finanzielle Mehrkosten
Von der Individuenzentrierten Betreuung zur
gruppenzentrierten Betreuung – keine Einzelbetreuung
38
Von der reaktiven zur aktiven Rolle – die
Beziehungsarbeit 2
•
•
•
•
Anforderungen an die Ausübung der aktiven Rolle der
MitarbeiterInnen – meist handelt es sich um
Verwaltungsangestellte
Die Beziehung zwischen VAEB und ihren Versicherten ist
langjährig und eingefahren, die aktive Rolle ist neu bei
allen Beteiligten
Große Herausforderung ist der Übergang von
expertInnenorientierten Projekten und Programmen zur
Aktivierung und Begleitung der lebensweltlichen
Strukturen bis zum selbstbestimmten Handeln in den OG
Aufbau von gesundheitsförderlichen Strukturen ist
schwerfällig und komplex – intensive Bez.arbeit
39
Sozialversicherung – die Anforderungen
•
Von der freiwilligen Leistung zur verpflichtenden Leistung
•
Mehrkosten entstehen, die sich erst langfristig rechnen
•
Ausbildung der MitarbeiterInnen zu regionalen
GesundheitsförderungsexpertInnen
40
Sozialversicherung – die aktive Rolle –
nächsten Schritte – Vorschläge
•
•
•
•
•
SV sind in den Regionen, durch ihre
Betreuungseinrichtungen, von dort aus agieren
Parallel zur Ortsgruppenstruktur von der VAEB
organisierte Gesundheitstreffen initiieren
Verbindung zwischen stationären und regionalen
Maßnahmen – INFORMATION
Nachbetreuung verbindlich in den stationären Aufenthalt
integrieren - Gesundheitspass
Belohnungssystem – Rückerstattung der Kosten der
Gesundheitswoche
41

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