Pressemitteilung des Grundschulverbandes
Bild: Mit digitalen Medien kann man die Welt und sich selbst neu entdecken. An
deutschen Grundschulen erhalten die Kinder dabei derzeit nur selten Unterstützung.
Kinder lernen in der Grundschule
nicht genügend Medienkompetenz
Der Grundschulverband fordert eine stärkere Berücksichtigung der Medienbildung
im Grundschulunterricht. Zur Förderung einer adäquaten Medienbildung in der
Grundschule hat der Grundschulverband einen Standpunkt zum Thema
Medienbildung veröffentlicht und ein Fachreferat für Medienbildung eingerichtet.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich viele Eltern über die Mediennutzung
ihrer Kinder Sorgen machen. Die Veränderung der Kindheit durch Fernsehen,
Smartphones/Tablets, Computerspiele und Internet wird allerdings in Grundschulen
häufig ignoriert. Empirische Studien machen deutlich, dass Medienbildung nur
selten in deutschen Grundschulklassenzimmern stattfinden kann. So sind nur
wenige Grundschulklassenzimmer mit für den Medienunterricht erforderlichen
modernen Technologien wie Beamer, interaktiven Whiteboards oder Tablets
ausgestattet.
Die Bildungspolitik hat reagiert und die Förderung von Kompetenzen im Umgang
mit digitalen Medien in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz eingefordert.
Doch immer noch verankern nur wenige Bundesländer diese Kompetenzen
verbindlich und überprüfbar in Bildungsstandards. Ohne eine solche Verankerung
bleibt es allerdings dem Zufall überlassen, ob die Kinder den Umgang mit digitalen
Medien lernen oder nicht. Gerade für Grundschulkinder bietet das Lernen mit
Filmen und Bildern besondere Möglichkeiten um das Lernen in der Natur zu
ergänzen. Auch die Möglichkeit der sofortigen Rückmeldung und Korrektur von
Fehlern durch den Computer oder das Tablet ist ein wichtiges Element modernen
Grundschulunterrichts, das derzeit nur wenig genutzt werden kann. „Insbesondere
Tablets ermöglichen einen zeitgemäßen Einsatz von Digitaltechnologien im
Klassenzimmer, da hier nicht die Technik und eine umständliche Bedienung den
Unterricht und das Lernen dominieren, sondern die Geräte sich in Unterrichts- und
Kommunikationsprozesse einbetten lassen“ hebt Thomas Irion, Fachreferent für
Medienbildung des Grundschulverbandes, hervor. Dabei betont Irion besondere
Potenziale von Tablets für individualisiertes Lernen und die Förderung behinderter
Kinder in Inklusionsklassen. Modernes Lernen und Unterrichten mit digitalen Medien
ist allerdings ohne eine geeignete Ausstattung und eine zuverlässige
Wartungsunterstützung nicht möglich. Die in deutschen Grundschulen besonders
gravierenden Defizite sind aus Sicht des Grundschulverbandes dringend anzugehen.
Es reicht allerdings nicht aus, die Kompetenzen in den Bildungsstandards
festzuschreiben und die Grundschulen mit Computern, Beamern und Tablets
auszustatten. Die Entwicklung von geeigneten Unterrichtskonzepten und
Unterrichtsmethoden, die auch die Kritikfähigkeit der Kinder im Umgang mit Medien
fördern, ist ebenso wichtig. Auch Fragen des Datenschutzes und gesundheitliche
Risiken sind beim Einsatz von digitalen Technologien im Klassenzimmer zu
berücksichtigen. „Medienkompetenz heißt auch, das Handy einmal weglegen, den
Computer einmal ausschalten zu können. Dabei müssen die Eltern die Kinder
unterstützen. Die Grundschulen sind hier auch gefordert, Eltern Orientierung zu
geben“, hebt Irion hervor. Um die Entwicklung im Bereich der Digitaltechnologien
voranzutreiben hat der Grundschulverband einen Standpunkt zum Thema
Medienbildung veröffentlicht und ein Fachreferat für Medienbildung installiert. Das
Fachreferat Medienbildung soll wissenschaftliche Experten und Grundschullehrer
dabei unterstützen, Unterrichtskonzepte und geeignete technische Lösungen zu
entwickeln und zu erproben. Der veröffentlichte Standpunkt Medienbildung gibt
Anhaltspunkte für die Entwicklung geeigneter Unterrichtsmodelle und für die
Auswahl geeigneter Technologien für den Grundschulunterricht.
Weitere Informationen:
www.grundschulverband.de
www.grundschulverband.de/wir-ueber-uns/fachreferate/
www.grundschulverband.de/standpunkte/
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Irion, Fachreferent für Medienbildung im Grundschulverband,
[email protected]
Frankfurt/Main, den 1. Juni 2015
V.i.S.d.P. Sylvia Reinisch

Pressemitteilung des Grundschulverbandes