Professionelles Projektmanagement in
der Praxis
Veranstaltung 3 – Teil 3 (29.05.2006):
Projektrisikomanagement
"Risikomanagement ist Projektmanagement für Erwachsene"
Tom De Marco
SS 2006
Professionelles Projektmanagement in der Praxis, © 2006 Dr. Harald Wehnes
Universität Würzburg, FB Informatik, Prof. Dr. P.Tran-Gia
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Agenda



Alle Projekte beinhalten „Risiken“
Definition des Risikobegriffes
Kategorien von Projektrisiken
Risikomanagement-Prozess
1.
2.
3.
4.
Identifikation der Projektrisiken
Analyse a Risikomatrix
Behandlung von Risiken
Risiko-Controlling
 Praxis-Beispiel
Aufgabe des Projektleiters:
Pro-aktives Behandeln der Projektrisiken
In verstärktem Maße wird Risikomanagement heute auch als
Chancenmanagement verstanden
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Definitionen
Risiko := unsicheres Ereignis
 von dem nicht bekannt ist, ob
es eintreten wird und/oder
 in welcher Höhe es im Eintrittsfall
einen Schaden verursachen wird
Eintrittswahrscheinlichkeit := Wahrscheinlichkeit für den
Eintritt des Ereignisses
Schadenshöhe := Ausmaß des möglichen Schadens
Risikofaktor := Eintrittswahrscheinlichkeit * Schadenshöhe
RF := EW * SH
Risikomanagement :=
Systematischer Prozess der Identifizierung, Analyse und
Reaktion auf Projektrisiken
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Projektrisiken
Workshopteil










Zielgruppe springt nicht drauf an wie man‘s erwartet hat
Arbeitspaket am kritischen Pfad dauert länger als geplant
komplexe Arbeitspakete lassen sich nicht umsetzen
Man wird von der Konkurrenz verklagt
Ressourcen fallen aus
Budget wird überschritten
Jedes Changerequest beinhaltet Risiko
Der Mitarbeiterpool ist unvollständig
Fähigkeiten von Teammitgliedern wurden überschätzt
Mitarbeiter sind unmotiviert
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Risiko-Kategorien: Checkliste (1)
Risiken im Projektumfeld






Steht das Management hinter dem Projekt?
Welche Bedeutung hat das Projekt im Unternehmen?
Wer ist Unterstützer oder Gegner des Projektes?
Sind während der Projektlaufzeit Marktveränderungen zu erwarten, die sich auf das
Projekt auswirken können?
Welche gesetzlichen Veränderungen sind während der Projektlaufzeit zu erwarten?
Welche Abhängigkeiten gibt es?
Risiken bei der Projektplanung



Wichtige Aktivitäten werden vergessen oder übersehen
Definition von überflüssigen Arbeitspaketen, weil Ziel nicht klar genug vorgegeben
Schlechte (zu optimistische Schätzung) von Aufwänden und/oder Kosten
Personelle Risiken





Fehlende Motivation der Projektmitarbeiter
Mitarbeiter sind nicht ausreichend verfügbar oder sie besitzen nicht die
erforderlichen Qualifikationen
Projektleiter ist mangelhaft ausgebildet
Konflikte im Team
Mitarbeiterfluktuation
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Risiko-Kategorien: Checkliste (2)
Technische Risiken





Einsatz neuer Techniken; Technologieänderungen
Fehlende Hard- und/oder Softwarekomponenten
Fehlende Erfahrungen mit Entwicklungsumgebung
Mangelnde Kompatibilität von Schnittstellen
Geplante Lösung ist technisch nicht umsetzbar
Betriebswirtschaftliche Risiken




Auftraggeber wird zahlungsunfähig
Lieferanten sind unzuverlässig, fallen aus oder liefern Produkte minderer Qualität
Abhängigkeiten von Währungskursen
Budgetkürzungen
Risiken während der Projektdurchführung



Terminliche Verzögerungen bei kritischen Arbeitspaketen
Änderungen in den Anforderungen
Ausführungsmängel
Risiken beim Projektabschluss



Produkt wird nicht termingerecht fertig
Produkt ist mangelhaft
Unzufriedenheit der Anwender mit dem neuen Produkt
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Risiko-Management-Prozess
„You can‘t manage, what
you don‘t know about“
1. RisikoIdentifikation
4. RisikoControlling
2. RisikoAnalyse
3. RisikoBehandlung
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1.
Risiko-Identifikation
Ziel: Vollständige Liste der Projektrisiken
 Vorgehen

Checklisten oder Fragebogen einsetzen
(z.B. Fragebogen des SEI)
www.sei.cmu.edu/publications/documents/93.reports/93.tr.006.html





Workshops mit Kreativitätstechniken (z.B. Brainstorming)
durchführen
Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten nutzen
Expertenrat, Interviews
Verschiedene Annahme-Szenarien
Zusammenarbeit mit qualifizierten Kräften aus allen
betroffenen Unternehmenseinheiten
a Dokumentation der Risiken
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2. Risiko-Analyse
Ziel: Qualitative und quantitative Bewertung
und Priorisierung der Risiken



Eintrittswahrscheinlichkeit je Risiko
Schadensausmaß je Risiko
Bewertungsskala für jedes Risiko:

Wahrscheinlichkeit




Sehr wahrscheinlich
Könnte passieren
Ziemlich unwahrscheinlich
Unvorstellbar
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
Schadensauswirkungen




Katastrophal
Erheblich
Gering
Unbedeutend
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Risikomatrix
Darstellung der einzelnen Risiken in einer Risikomatrix
Schadenshöhe
katastrophal
erheblich
gering
unbedeutend
Risikomatrix
kein
kein
kein
kein
mittel
gering
gering
kein
hoch
mittel
gering
kein
sehr hoch
hoch
mittel
kein
unvorstellbar
ziemlich
unwahrscheinlich
könnte
passieren
sehr
wahrscheinlich
Eintrittswahrscheinlichkeit
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3. Risiko-Behandlung
Ziel: Erstellung eines Maßnahmenplanes zur Behandlung
der Risiken
 Arten von Maßnahmen

Maßnahmen zur Reduktion der Eintrittswahrscheinlichkeit:
Präventionsmaßnahmen
Ursachen werden angegangen

Maßnahmen zur Reduktion des Schadensausmaßes:
Vorsorgemaßnahmen (Katastrophenplan)
Auswirkungen werden angegangen

Keine Maßnahmen
Verhältnismäßigkeit zwischen
Schadenshöhe/Eintrittswahrscheinlichkeit und
Aufwand/Kosten der Maßnahmen muß gewahrt sein
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Risikomaßnahmen-Tabelle
 Maßnahmenplan

Konzentration auf die TOP5- oder TOP10-Risiken
Risikomaßnahmen
Risiko
Wahrscheinlichkeit
Prototyp
funktioniert nicht
sehr
wahrscheinlich
Schaden
erheblich
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R.-Klasse Maßnahme
hoch
weiteren TOPSpezialisten
einbinden
Verantwortlicher
PL
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4. Risiko-Controlling
Ziel: Controlling der Umsetzung und Wirksamkeit der
Maßnahmen der Risikoplanung
 Frühwarnsystem einrichten:
feststellen, aufgrund welcher Anzeichen, Symptome und Ereignisse
Gefahren und Risiken frühzeitig erkannt werden können
 Beachtung der „schwachen“ Signale:
Drohungen, Gerüchteküche, erhöhte Krankheitsquote u.ä.
 Risikosituation ändert sich im Projektverlauf
a Regelmäßiger Review mit Überarbeitung des RisikoMaßnahmenplanes (Inhalt von Status-Besprechungen)



Sind die getroffenen Maßnahmen noch wirkungsvoll?
Habt sich die Priorität der Risiken verändert?
Gibt es neue Risiken?
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Praxis-Tipps zur Risikominimierung
 Vorstudie oder Machbarkeitsstudie vorschalten:
Klärung von Machbarkeit, Zeit, Kosten, ...
 Entwicklung von Prototypen
 Aufteilung des Projektes in mehrere Projektstufen
 Gesamtes Projektteam in den Risikomanagementprozess
einbinden a Schaffung von Risikobewusstsein
 Früh mit Risikomanagement beginnen
 Vorbeugung durch Risikotransparenz
 Risiken als potentielle Chancen betrachten
 Checklisten verwenden
– unterstützen die Identifikation und Bewertung von Risiken
Atmosphäre schaffen, in der offen
über Risiken gesprochen wird
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Praxis-Beispiel
 Risiko-Managementprozess im Projekt KOS



Identifikation
Bewertung
Maßnahmenplanung
Separater ppt-Folienset
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Ein starker Rede-Schluss ist Gold wert*
 Dont´s
*) Quelle: Gerhard Reichel: 10 Muntermacher für Ihren
Redeschluss, SYSTEMS-world.de, 5.4.2006
Das war´s
 Das war´s eigentlich gewesen
 das war eigentlich das Wichtigste
 Ich bin fertig

 Muntermacher für den Redeschluss
Zusammenfassen: „Zum Schluss möchte ich die wichtigsten Überlegungen
meines Vortrags noch einmal zusammenfassen: 1,2,3“ (mit Übersichtsfolie)
 Appell; Konkrete Aufforderung zu bestimmten Handeln
 Positiver Abschluss; Zuhörer zum Schmunzeln oder zum Lachen bringen
 Story-Telling: Kleine Geschichten sind besonders wirkungsvoll, wenn sie am
Schluss eines Vortrages eingesetzt werden
 Wünsche an die Zuhörer: „Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren
Projektarbeiten“
 Bogen zum Einstieg spannen; „Erinnern Sie sich noch an unsere
Problemstellung zum Beginn des Vortrages. Mit diesem Produkt ...“
 Blick in die Zukunft werfen; z.B. darauf hinweisen, was passiert, wenn Ihren
Vorschlägen nicht gefolgt wird.
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16
 Zitat;
Ein gutes
Zitat passt immer
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

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