Bestrafung und Löschung
Seminar Allgemeine Psychologie 1
von Anne Wolf
WS 02 / 03
Gliederung (1)
Bestrafung
• Begriff der Bestrafung
• Vorgang der Bestrafung
• Wirksamkeit
• Nebenwirkungen
• Problematik
Gliederung (2)
Löschung
• Begriff
• Vorgang der Löschung
Aufbau und Abbau von Verhalten
Verhaltenskontrolle
Wechselseitige Lernprozesse
Der Begriff der Bestrafung
= aversive Konsequenz auf ein Verhalten
 führt zu einer Vermeidung, d.h. zu einer Schwächung
oder Unterdrückung des betreffenden Verhaltens
• Positive Bestrafung • Negative Bestrafung
• unangenehmes
Ereignis wird
dargeboten
• z.B. Schläge
• Entzug eines
angenehmen Ereignis
• z.B. Hausarrest,
Fernsehverbot
Der Vorgang von Bestrafung (1)
• Auslösung einer negativen emotionalen
Reaktion  Angst
• Hemmung der Intensität eines Verhaltens
• Bestrafungswirkung besteht in der
Hemmung oder Unterdrückung eines
Verhaltens durch Angstmachung
Der Vorgang der Bestrafung (2)
Man unterscheidet :
 Primäre Strafreize
• werden ohne
vorherigen
Lernprozess, nur
aufgrund ihrer
aversiven
Eigenschaften wirksam
• z.B Schläge
 Sekundäre Strafreize
• erwerben erst durch
die Verknüpfung mit
primären Strafreizen
ihre aversiven
Eigenschaften
• z.B verbale und
nichtverbale Strafreize
Die Wirksamkeit der Bestrafung
es existieren 2 unterschiedliche Meinungen:
• a) Bestrafung hat keine oder nur wenige
Auswirkungen
• b) Bestrafung ist wirksam, wenn man eine
Vielzahl von Bedingungen beachtet
Strafreize sind wirksam,wenn
• das unerwünschte Verhalten nicht stabil
etabliert ist und keine besonders starke
Motivation zu ihrer Ausführung besteht
• der Strafreiz möglichst sofort, möglichst
stark und mindestens am Anfang möglichst
immer dargeboten wird
• ein alternatives Verhalten angeboten wird,
das dann positiv verstärkt wird
Nebenwirkungen
1.
2.
3.
4.
5.
Generalisierung
Störungen sozialer Beziehungen
Flucht- und Vermeidungsverhalten
Modell – Lernen
Strafe als Zuwendung
Problematik der Bestrafung
• Anwendung von Strafen oft problematisch
• sind häufig nicht effektiv
• Bedingungen können selten alle erfüllt
werden
• Verhalten wird meist nur unterdrückt
• Auftreten von unerwünschte
Nebenwirkungen
Gibt es eine Alternative ?
Der Begriff der Löschung
= Nicht – Verstärkung einer gelernten
Verhaltensweise
= Extinktion
• erlernten Verhalten wird durch das
Ausbleiben der gewohnten
Verhaltenskonsequenz gelöscht
Problematik
•
•
•
•
wäre das optimale Verfahren zur
Eliminierung von unerwünschten
Verhaltensweisen
in Praxis Schwierigkeit jede Darbietung
von Verstärkern zu vermeiden
seltene Verstärkungen verhindern die
Extinktion
Selbstverstärkung ausschließen
Der Verlauf der Löschung
1. Ansteigen der Verhaltensintensität
2. Abschwächung des Verhaltens
3. Verhalten unterbleibt ganz  Löschung
Der Auf- und Abbau von Verhalten
• Bestrafung und Löschung spielen bei beiden
Formen eine wichtige Rolle
• Aufbau von Verhalten: als zusätzlicher
Abbau von inkompatiblen Verhalten
• Abbau von Verhalten : erfolgt durch
Bestrafung und Löschung
Verhaltenskontrolle
= Beeinflussung des Verhaltens durch spezifische
Gestaltung der Umweltbedingungen
• geschieht durch Darbietung oder Entzug
bestimmter Konsequenzen
• Negative
Verhaltenskontrolle
• Bestrafung des
unerwünschten u.
negative Verstärkung
des erwünschten
Verhalten
• Positive
Verhaltenskontrolle
• Positive Verstärkung
des erwünschten u.
Löschung des
unerwünschten
Verhaltens
Bestrafung und Löschung
Seminar Allgemeine Psychologie 1

Bestrafung und Löschung