Medienbildung (k)ein Schulthema:
Präsentation der Ergebnisse zum
Stand der schulischen Medienbildung
in Hamburg und Schleswig-Holstein
Prof. Dr. Rudolf Kammerl
ttp://www.ew.uni-hamburg.de/de/einrichtungen/ew1/medienpaedagogik-aesthetische-bildung/medienpaedagogik.html
Agenda
I. Medienbildung an deutschen Schulen
II. Zum Stand der Medienbildung in Hamburg und Schleswig-Holstein
III. Empfehlungen zur Weiterentwicklung
Medienbildung – (k)ein Schulthema?
Prof. Dr. Rudolf Kammerl,
Agenda
I. Medienbildung an deutschen Schulen
II. Zum Stand der Medienbildung in Hamburg und Schleswig-Holstein
III. Empfehlungen zur Weiterentwicklung
Medienbildung – (k)ein Schulthema?
Prof. Dr. Rudolf Kammerl,
„Teufelskreislauf der Medienbildung 2010“
Was hat sich mittlerweile getan?
Angebote zur Medienbildung finden wenig und in Abhängigkeit
von Schule und Lehrkraft statt.
Es wird nicht überprüft, ob Medienkompetenz erreicht wird.
Nur ein geringer Teil der Lehrkräfte verfügt
Schülerinnen und Schüler mit
über mediendidaktische und
Defiziten in der Medienkompetenz
medienpädagogische Ausbildung
Eine medienpädagogische und
mediendidaktische
Grundbildung findet nicht
statt oder hängt von der
Neigung der
Studierenden ab.
Lehramtsstudierende mit Defiziten
im Umgang mit Medien
Alle Studienanfänger
bringen grundlegende
Defizite in das Studium
mit. Die
Medienkompetenteren
entschieden sich eher
selten für ein
Lehramtsstudium
Medienbildung an deutschen Schulen
2010: Medienpädagogisches Landeskonzept Schleswig-Holstein
2012: Beschluss der KMK: „Medienbildung in der Schule“ benennt fünf
inhaltliche Dimensionen und acht Handlungsfelder
2013: Empfehlungen der Enquete-Kommission des Dt. Bundestages „Internet
und digitale Gesellschaft“;
Hamburg Rahmenkonzept zur Medienkompetenzförderung
2014: Dt. Telekomstiftung „Medienbildung entlang der Bildungskette“, D21:
„Medienbildung an dt. Schulen“, BMBF: ICILS 2013, KBoM: „Grundbildung
Medien“ ….
2015: Aktualisierte Fassung des LKM-Konzeptes für die schulische Medienbildung
Positionspapiers
Norddeutsche Gründung des Netzwerkes „Medienbildung in der Schule“
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Seite 5
Ergebnisse
Häufigkeit der
Computernutzung durch
Lehrpersonen im Unterricht
im internationalen Vergleich
(Angaben der Lehrpersonen
in Prozent)
4
4
4
4
4
5
Jeden Tag
Mindestens einmal in der Woche, aber nicht jeden Tag
Mindestens einmal im Monat, aber nicht jede Woche
Weniger als einmal im Monat
4
Nie
TeilnehmerAB
Kanada (N. & L.)
Australien
Kanada (O.)
Dänemark
Hongkong
Norwegen
Niederlande
Russische Föderation
Republik Korea
Litauen
Slowenien
Tschechische Republik
VG OECD
Chile
Internat. Mittelwert
VG EU
Slowakische Republik
Thailand
Türkei
Polen
Kroatien
Deutschland
73.0
20.1
66.0
5.5
23.5
57.0
7.6
32.1
40.2
7.9
39.3
46.0
16.3
32.7
35.9
13.7
42.0
16.4
19.6
57.8
40.9
35.0
51.9
43.0
23.3
30.7
26.7
6.6
12.8
7.4
15.0
15.7
11.0
7.0
11.1
6.8
19.1
30.4
22.3
18.7
39.8
32.6
23.6
28.9
30.0
18.6
28.8
22.7
19.9
35.0
7.1
15.9
38.9
34.2
23.3
11.1
5.1
11.6
10.7
12.2
7.7
13.9
7.4
13.2
5.7
22.7
26.9
19.3
17.1
14.0
23.8
23.6
22.1
15.8
14.8
18.4
23.1
16.8
9.1
0%
23.9
25.3
25%
25.3
23.5
29.2
50%
23.4
16.5
9.9
19.3
28.1
8.3
75%
100%
Kursiv gesetzt sind die Benchmark-Teilnehmer.
4
Die Lehrer- und Schulgesamtteilnahmequote liegt unter 75% .
5
Abweichender Erhebungszeitraum.
A
Differenzen zu 100 Prozent sind im Rundungsverfahren begründet.
Aufgrund der sehr geringen Rücklaufquoten für die Lehrerbefragung können keine Befunde für Argentinien
(Buenos Aires) und die Schweiz angeführt werden.
B
5.3
11.2
23.7
35.6
6.8
6
Ergebnisse
Förderung von IT-bezogenen Fähigkeiten im Unterricht in Deutschland
(Angaben der Lehrpersonen in Prozent, Kategorie mit Nachdruck)
%
(SE)
Effizienter Zugriff auf Informationen
36.2
(2.3)
Angabe der Quelle digitaler
Informationen
32.5
(1.7)
Darstellung von Informationen für ein
bestimmtes Publikum/für einen
bestimmten Zweck
29.5
(2.0)
Überprüfung der Glaubwürdigkeit
digitaler Informationen
29.4
(1.4)
Erkunden und Nutzen verschiedener
digitaler Ressourcen bei einer
Informationssuche
26.7
OECD 63%
OECD 48%
OECD-54%
OECD 52%
(2.0)
OECD 51%
0
20
40
60
80
100
7
Schule als Ort der Medienkompetenzförderung in HH?
Schule als zentrale
Vermittlungsinstanz:
2003:
2009:
2015:
OECD 21%,
D: 10%
HH 8 %
HH 4 %
n = 481 Schülerinnen und
Schüler in HH
Schüler der Stufen 7. - 9.
Klasse
Zeitraum November 2014 bis
Januar 2015
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30.03.2015
Agenda
I. Medienbildung an deutschen Schulen
II. Zum Stand der Medienbildung in Hamburg und Schleswig-Holstein
III. Empfehlungen
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Vorarbeiten
Ist-Stand für MAHSH zu Hamburg / Schleswig-Holstein 2009/10
Ist- Stand für Enquete-Kommission des Dt. Bundestag 2012
Ist-Stand für Medienkompetenzbericht 2013 (Bundesregierung)
EU-Netzwerk 2014 Comparative Analysis of Media and Information Education Policies in Europe
Ist-Stand-Recherche für Netzwerk Medienbildung in Schule 2015 (Schwerpunkt Norddeutsche
Bundesländer)
Methodisches Vorgehen
-
Vorgehen: Recherche und Analyse von Dokumenten und Informationsangebote:
Umsetzung KMK 2012 und Länderkonzepte HH, SH
-
Qualitative Interviews mit Experten in Schuladministration und Wissenschaft
-
Auswertung aktueller Forschungsstand
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Schulische Medienbildung - Dimensionen
KMK nennt exemplarisch fünf „besonders wichtige“ Dimensionen
• die Förderung der Qualität des Lehrens und Lernens durch Medien,
• die Möglichkeiten der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe und
Mitgestaltung,
• die Identitäts- und Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden,
• die Ausbildung von Haltungen, Wertorientierungen und ästhetischem
Urteilsvermögen,
• den notwendigen Schutz vor negativen Wirkungen der Medien und des
Mediengebrauchs.
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Schulische Medienbildung –
Handlungsfelder I
Soll – Stand
Ist-Stand?
1. Lehr- und Bildungspläne
– Aktualisierung, konkrete Verankerung, schulische Medienbildungspläne,
Zertifizierung und Dokumentation erworbener Medienkompetenz
2. Lehrerbildung
– Medienkompetenz und medienpädagogische Kompetenzen für Lehrkräfte
ausreichend und verbindlich in der 1. und 2. Phase, sowie in der Fort- und
Weiterbildung
3. Schulentwicklung
– angepasste Medienbildungskonzepte in jeder Schule
4. Ausstattung und technischer Support
– anforderungsgerechte Ausstattung, Entlastung von techn. Betreuung
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Schulische Medienbildung –
Handlungsfelder II
Soll – Stand
Ist-Stand?
5. Bildungsmedien
– aufwandsarme und rechtssichere Verfügbarkeit (Online-Distribution) (auch
außerhalb von Schule)
6. Urheberrecht und Datenschutz
–neue rechtliche Herausforderungen: schulische Multiplikatorennetzwerke,
Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen (z. B. Landesbeauftragter Datenschutz)
7. Außerschulische Kooperationspartner
8. Qualitätssicherung und Evaluation
– Bestandteil der internen und externen Evaluation und Qualitätssicherung
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Schulische Medienbildung –
Handlungsfelder I
Soll – Stand
Ist-Stand?
1. Lehr- und Bildungspläne
– Aktualisierung, konkrete Verankerung, schulische Medienbildungspläne,
Zertifizierung und Dokumentation erworbener Medienkompetenz
2. Lehrerbildung
– Medienkompetenz und medienpädagogische Kompetenzen für Lehrkräfte
ausreichend und verbindlich in der 1. und 2. Phase, sowie in der Fort- und
Weiterbildung
3. Schulentwicklung
– angepasste Medienbildungskonzepte in jeder Schule
4. Ausstattung und technischer Support
– anforderungsgerechte Ausstattung, Entlastung von techn. Betreuung
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Schulische Medienbildung –
Handlungsfelder II
Soll – Stand
Ist-Stand?
5. Bildungsmedien
– aufwandsarme und rechtssichere Verfügbarkeit (Online-Distribution) (auch
außerhalb von Schule)
6. Urheberrecht und Datenschutz
–neue rechtliche Herausforderungen: schulische Multiplikatorennetzwerke,
Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen (z. B. Landesbeauftragter Datenschutz)
7. Außerschulische Kooperationspartner
8. Qualitätssicherung und Evaluation
– Bestandteil der internen und externen Evaluation und Qualitätssicherung
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Agenda
I. Medienbildung an deutschen Schulen
II. Soll-Stand und aktuelle Bemühungen in den nördlichen Bundesländern
III. Empfehlungen zur Weiterentwicklung
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Prof. Dr. Rudolf Kammerl,
Empfehlungen
Existierende Beschlüsse (KMK, Landeskonzepte) umsetzen.
ausreichende und verbindliche Verankerung
medienpädagogischer Anteile in allen Phasen der Lehrerbildung
gezielte Förderung der Medienkompetenz von Schülerinnen und
Schülern an allen Schulen, sowie die Dokumentation von deren
Kompetenzentwicklung
Evaluation der schulischen Medienbildung
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Seite 17
Empfehlungen
Weiterentwicklung sichern.
Aktualität und Qualität der Medienbildung sichern (Materialien,
Medienentwicklungspläne).
Vorhandene Angebote stärker in die Fläche bringen.
Kennzahlen einer breitenwirksamen Medienbildung ermitteln
und Nutzen der Maßnahmen evaluieren.
Medienbildung mit Blick auf Bildungsbiografien und Übergänge
im Bildungssystem weiter entwickeln.
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Seite 18
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Rudolf Kammerl
Telefon: 040- 42838-7594
E-Mail: [email protected]
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