Krankenhausorganisation
27.November 2004
Krankenhausoranisation
Studiengang „Betriebswirt im Gesundheitswesen“
bfw-Saarbrücken/Homburg / VWA Mannheim
Dipl.Verw.-Wirt Bernd Mege
Tel:
06834 / 460-487
Fax:
E-Mail: [email protected]
Organisationsmanagement
Organisationsentwicklung durch externe Beratung.
Die Expansion von organisationsbezogenen
Beratungsdienstleistungen basiert auf einem enormen
Komplexitätszuwachs.
Für den Gesundheitsbereich ist ein regelhafter „Beratungsmarkt“
entstanden.
Beratungsformen:
 Coaching (des Managements)
 Supervision (berufliche, fachliche, personelle Aspekte)
Organisationsberatung (Berater muss die gesamte
Organisationskultur erfassen)
a.Formale Organisationsmuster:
Problemdefinition; geeignete Lösung suchen; Auswahl der
Bestlösung; Planung der Umsetzung; Starttermin für die neue
Lösung, Toleranzphase; Neue Lösung wird Pflicht
Grundlagen Organisationsmanagement
b.) nicht formale Organisationsstrukturen:
(Vergleich mit dem Eisberg; 1/7 über Wasser, 6/7 unter Wasser
Bsp.: für formale Aspekte
Ziele, technische Ausstattung, Strukturausstattung, Fähigkeiten
und Fertigkeiten, Finanzielle Ressourcen
Bsp.: für informale Aspekte
Einstellungen der Mitarbeiter, Werte, Gefühle, Ängste, Furcht,
Verzweifelung, innere Kündigung, Interaktionen, informelle
Gruppenregeln
Arten der Beratung:
Gutachten: über zentrale Informationsgewinnung soll eine
Lösung zu spezifischen Problemen gefunden werden.
Interims-Management: Krisenmanager wird für eine bestimmte
Zeit zur Lösung eines durch den Auftraggeber definierten
Problems eingesetzt. Zur Problemlösung erfordert es
Fachkompetenz und Durchsetzungsvermögen.
Prozessberatung: Systemische Beratung auch auf den
gesamten Vorgang der Organisationsentwicklung.
Grundlagen Organisationsmanagement
Erfolgsfaktoren der Orga-Beratung
Gut strukturierte Anfangsphase des Beratungsprozesses
Konsens zu Beraterverhalten und den Erwartungen des
Auftraggebers
Das Verhalten des Auftraggebers während der Beratung.
(Umsetzung von Maßnahmen, Verbindlichkeiten)
Grundlagen Organisationsmanagement
Änderungsmodell nach der aufgezeigten Reihenfolge
 Betrachtung der Arbeitsabläufe
 Problem / Bedürfniserkennung
 „Diagnosestellung“
 Handlungsstrategien entwickeln (gleichzeitig
Interventionsmethoden festlegen, ggf.
Interventionsstatistiken führen)
Organisationsmanagement
Krankenhäuser als Organisation:
Begriffsdefinition aus § 2 ff des KHG, § 2 ff der BPflV, sowie den
Leistungsbeschreibungen aus dem SGB V
In der heute grundsätzlichen Organisationsstruktur als soziotechnisches System, bei sich ständig verändernden
Umweltbedingungen:
Produktionsfaktoren:
Mitarbeiter, Patienten, Sachgüter,....
Kernorgane der Orga bilden:
Träger, Eigentümer, Gesellschafter, Verwaltungsrat, Aufsichtsrat
(Betriebliche Mitbestimmung: Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat)
Ergänzend um die Kernorgane innerhalb der Orga.:
Gesetzgeber :
(Rahmenbedingungen)
Kostenträger:
(„Unterhaltsfinanzierung“)
Einweiser:
(als Zulieferer und Kooperationspartner)
Patienten:
(Dienstleistung am Patienten)
Multiprofessionelle Teams:
(Mitarbeiterziele / Anreizsysteme)
Organisation
Struktur und Organisation der Leitungsspitze:
Oberste Leitungs- Führungsebene (Trägerorgane)
übernimmt Führungsaufgaben (GF, führt Geschäfte)
1. Festlegung der Unternehmenspolitik (Strategische
Entwicklung) in den letzten Jahren sehr schwierig wegen
unklarer Rahmenbedingungen.
2. Koordination von betrieblichen Teilaufgaben (3 Säulen)
3. Beseitigung von Störungen (Konkurrenzkämpfe)
4. Maßnahmen von aussergewöhnlichen weitreichenden
Entscheidungen
(Abb.: 10, Seite 59) zur Krankenhausleitung
Pluralinstanz: Regelungen zur Beschlussfassung durch
Gesamtkollegialität
Singularinstanz: „Der Krankenhausdirektor entscheidet
alles“ ....
Organisation
Formen der Beschlussfassung:
Nach dem Direktorialsprinzip:
Der Vorsitzende/Geschäftführende Direktor übertrifft die
Entscheidungen der übrigen Direktoriumsmitglieder.
Nach dem Kollegialprinzip:
Alle Entscheidungen werden einstimmig geschlossen.
Mischformen der Beschlussfassung:
(Grundsätzlich sollte für jedes Unternehmen eine verbindliche
Geschäftsordnung existieren)
(Häufig noch anzutreffen sind, Rollenübernahme durch
„Machtposition“)
Dienstordnungen Ärzte/Pflege (S. 63 ff.)
Aufgabenbeschreibung auch aus dem jeweiligen KHG der Länder
Organisation
Die rasante Entwicklung und Umsetzungen von
Strukturreformen
stellte neue Anforderungen an das Management zur
Krankenhausführung.
Abkehr vom bisher üblichen „Verwalten“ hin zum
„Managen“
(Echte Kompetenz und kurze Entscheidungswege)
Berufsgruppenübergreifende Kenntnisse wurden als
erforderlich erkannt. (Betriebswirtschaftliche Kenntnisse,
Medizinisch- pflegerische Kenntnisse)
Künftig: Planungen zur erweiterten Ausbildung der
jeweiligen Studiengänge. z.B.: Medizinökonomie, ..
Organisation
Mängel in der Leitungsorganisation:
Chefärzte:
...eigenständig, ohne Rücksicht auf die Kosten
Pflege/Ärzte:
... Nur das beste für den Patienten
Verwaltung:
...häufige Entscheidungen ohne die Einbindung
der „Professionen des Kerngeschäftes“
Häufig fehlt die Betrachtung der Prozessabläufe
(Betrachtung im Ganzen)
Folgen sind:

Wartezeiten

Doppelerfassung

Wiederholung von Diagnostik
Die Patientenorientierung wird vernachlässigt.
Organisation
Zunehmender finanzieller Druck erfordert vom Krhs.Management Optimierungspotential erkennen
Schwachstellen identifizieren:
Häufiger Wechsel von Personal und Aufgaben
(Personalfluktuation, Personalwechsel wegen
Fachausbildung,..)
Streit bei der Aufgabenzuordnung
(Wer ist für welche Aufgaben zuständig ??)
(Stellenbeschreibungen, Aufgabenbeschreibungen,
Standards,...)
Sperrung gegen Neuerungen (Hamsterradproblem)
(Keine Zeit, kein Personal,...)
Unterschiedliche Problempriorisierung
(Abstimmung der Berufsgruppen untereinander,...)
Organisation
Rechtformumwandlungen insbesondere für
Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft.
Dadurch ausgelöst, werden innere Reformstrukturen
unabdingbar.
Als Motiv zur Rechtsformumwandlung:
Stärkung der Entscheidungskompetenz
Erweiterung der Handlungsautonomie
Überschussverwendung
(Betriebliche Mitbestimmung)
Information
Anhörung
Beratung
Zustimmung
unternehmerische Planung
Ablauf der Rechtsformumwandlung (S. 100)
Gesellschaftsvertrag
Personalüberleitung,
Gestellungsverträge, Beamteneinsatz
Betriebskapital
Organisation
Tendenzbetriebe § 118 BetrVG
(Betriebspolitik bei Änderung der Rechtsform)
(Betriebspolitik beim öffentlichen Vergabesystem)
(Anwendung von Tarifverträgen)
Probleme bei der Rechtsformumwandlung
1. Machtverlust der alter Trägergremien, politischer Machtverlust
2. Widerstand durch das Krankenhausdirektorium (Entmachtung,
Kompetenzverlust, Rückdelegation
3. Rechte der Personalvertretung: starke Einschränkungen bei der
betrieblichen Mitbestimmung
4. Widerstand der Beschäftigten: Angst vor Konkurs,
(Betriebswirtschaftliche Ziele im Vordergrund)
5. Beschäftigung der Beamten: Rückführung in die öffentlichen
Behörden
6. Ausreichende Kapitalisierung fehlt?
7. Interner Reformprozess kommt nicht in Gang
Organisation
Reform der Leitungsspitze (S. 114 ff)
1. Vorteile der Singuläre Leitungsspitze / Unternehmensführung
2. Derivativer Entscheidungsprozess aus „einem Munde“, kurze
Entscheidungswege, Übersichtliche Organisationsstrukturen
3. Bessere Koordination als bei der herkömmlichen „3-Säulen“
Führung
4. Abbau heterogener Machtstrukturen
5. Hohes Durchsetzungspotential, hoher Grad der Verantwortung
6. Echte interne Geschäftsführung ohne Verlagerung der
Entscheidungskompetenzen auf übergeordnete Organe
7. Bessere Informationsnutzung zur Betriebssteuerung
8. Vermeidung von einseitigen Interessenskonflikten. z.B.Sichere
Budgetplanung
9. Überzeugende verbindliche Betriebsführung
(Führungspersönlichkeiten aus dem Top-Management)
Organisation
Nachteile und Risiken der Singulären Leitungsspitze:
 TOP-Qualifikation (Besetzung aus interner- oder externer
Krankenhausmarktbereiche)??
 Fachliche und zeitliche Überforderung
 Ggf. kurzfristige Betriebszugehörigkeit durch befristete
Anstellung (i.d.R. max. 5 Jahre) Häufig in der Endphase
wahlkampfähnliche Aktionen. Je nach Situation auch
„Abschiedsgeschenke“
Die zur Zeit erfolgreichste Lösung:
Tandembesetzung der Geschäftsführung
Organisation
Aufgabenteilung im „Tandemsystem Geschäftsführung“
Ärztliche GF
 Planung, Steuerung der medizinischen Versorgung
 Koordination der Berufsgruppen: Ärzte, Pflege, Therapeuten
 ..
 (..?? Akzeptanz bei den Chefärzten)
Ökonomischer GF
 Koordination, Planung der Wirtschaft- und
Versorgungsdienste
 Finanzentwicklung, Budgetverhandlungen,..
 ....
(Beispiel: Organigramm S. 120)
Organisation
Unternehmenskultur / Leitbild

als Präsentation