Geschichte der Sklaverei in Kuba
• „Amerindians“ auf Cuba: Ciboney
• Zwei Klassen von Siedlern:
– Dominante Klasse: spanische, französische,
portugiesische, irische und holländische
Katholiken, 4 Generationen ohne maurische
oder jüdische Vorfahren
– Die „Arbeiterklasse“: indigene Bevölkerung,
spanische Sklaven (Afrikaner, Juden, Mauren,
Ägypter, Syrer…), freie „unterklassige“
Menschen
Geschichte der Sklaverei auf
Kuba
• Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jhdts: kein
deutlicher Unterschied zwischen Handel,
Handwerk und Landwirtschaft, in dieser
Zeit nur 10% der gesamten Sklaven-Importe
• 18. & 19. Jhdt: Zucker-Boom führt zu
steigender Nachfrage nach Sklaven aus
Afrika
Geschichte der Sklaverei in Kuba
• Ende d. 18., Beginn d.19. Jhdts:
• Verfall der Macht von Oyo, nach Alafin Abiodun
• Handelsrouten zur Küste nicht mehr unter Kontrolle
• Die Fon von Dahomey werden durch Handel mit
Feuerwaffen zu einer Macht
• Im Norden werden die Fulani-Könige der Haussa
mächtig
• Ergebnis: Bürgerkriege, in deren Verlauf
viele Yorùbá in die Sklaverei verbracht
worden sind
Geschichte der Sklaverei in Kuba
Sklaverei am Land
• Arbeitssklaven: harte Bedingungen
• Haussklaven
• Cimarrones (wörtlich: die „Wilden“,
domestizierte Tiere, die in ihren natürlichen
Zustand zurückgefallen sind)
Geschichte der Sklaverei in Kuba
Gruppen von Afrikanern in den Städten
• Negros esclavos:
– Negros de nación (in Afrika geborene)
• Negros bozales („rohe“)
• Ladinos (sprachen spanisch od. portugiesisch)
– Criollos (auf Kuba geborene)
• Negros horros (freie)
– Coartación
– Mulatten: Kinder weisser Herren und schwarzer Sklavinnen
– Nach Abschaffung der Sklaverei in England wurden befreite
Sklaven auf die Insel gebracht
• Negros curros
Geschichte der Sklaverei in Kuba
• Organisation in cabildos:
– Erbliche oder gewählte Herrscher (Könige)
– Heilige als offizielle Patrone
– Gegenseitige Hilfe, Tänze und Feste an
kirchlichen Feiertagen
– Soziale Kontrolle: „Divide et impera“
– El dia de los reyes (Epiphanie)
Beschreibung des „dia de los reyes“
(J.G.F. Wurdemann, 1844)
Each tribe, having elected its king and queen, paraded the
streets with a flag, having its name, and the words viva Isabella
painted on it. Their majesties were dressed in the extreme of the
fashion, and were very cermoniously waited on by the ladies
and gentlemen of the court […] They bore their honours with
the dignity the negro loves so much to assume, which they […]
preserved in the presence of the whites. The whole gnag was
under the commando of a Negro Marshall, who with drawn
sword, having a small piece of sugar-cane on its point, was
continually on the move to preserve order in the ranks.
El dia de los reyes (Pierre Toussaint Frédéric Miahle, Havanna 1838)
Beschreibung des „Dia de los reyes“
(J.G.F. Wurdemann, 1844)
But the chief object of the group was an athletic
Negro, with a fantastic straw helmet, an
immensly thivk girdle of strips of palm-leaves
and other uncouth articles of dress. Whenever
they stopped, this frightful figure would
commence a devil‘s dance, which was the very
signal for all his courts to join a general
fandango.
El dia de los reyes (Pierre Toussaint Frédéric Miahle, Havanna 1838)
Aus einer Beschreibung des „dia de
los reyes“ (1830)
There marched in perfect order Congos and Lucumis with their
great sombreros of feathers […]
Araras with their cheeks covered with scars [… ] bedecked with
shells and teeth of dogs and alligators […]
Mandingas very elegant with their wide trousers […]
They would march on to the palace of the captain, and, until the
end of day, dance their way back through the streets of the
town.
El dia de los reyes
„carnival
group“
Havana
1860
(C.D.
Fredericks)
Cabildos und „Casa templos“
• Traditionellerweise wird die zentrale Rolle der
cabildos in der Formierung der „Santería“ aus
afrikanischen, spanisch-katholischen und anderen
Traditionen betont.
• Cabildos waren einerseits Werkzeuge der sozialen
Kontrolle
• Cabildos wurden andererseits von der dominanten
europäischen Kultur als ein gefährliches Element
der kubanischen Gesellschaft angesehen
• Deshalb gab es viele Restriktionen für deren
kultische Aktivitäten
Cabildos und „Casa templos“
• Nach dem Ende der Sklaverei wurden die Restriktionen für
die Cabildos strenger
• Während des 19. Jhdts. hatten befreite Sklaven ihre
eigenen „social clubs“ gegründet, die „casa templos“
• Lt. Rafael López Valdés waren die casa templos wichtiger
für die religiösen Traditionen als die cabildos
• Nach dem Ende der Sklaverei wurden Kubaner
afrikanischer Herkunft gezwungen, sich in die von
europäischen kulturellen Mustern dominierte kubanische
Gesellschaft zu integrieren
• 1884: Gesetz gegen die Treffen der cabildos und gegen die
Teilnahme an der Prozession am „Dia de los Reyes“
• Cabildos wurden reine „social clubs“
Ifá‘s Weg von Yorùbáland nach
Kuba
• Ende d. 19. & Anfang d. 20. Jhdts. dienten „casa
templos“ als „Brücken“ zwischen frühen Formen
der afroamerikanischen Religion in den cabildos
& der sich konstituierenden Santería.
• Nach David H. Brown sind alle kubanischen
babalawos Mitglieder eines der fünf von 5
babalawos gegründeten ramas (Zweigen)
• Die wichtigsten dieser babalawos sind:
– Carlos Ade Bi
– Remigio Herrera (1811-1905)
Ño Remigio Herrera
(Adechina, ~1811-1905)
Ifá‘s Weg von Yorùbáland nach
Kuba
• Remigio Herrera (Adechina, 1811-1905)
– Sklave auf der Plantage des Don Miguel Antonio
Herrera
– Gründet 1860 „Cabildo de la Virgen de Regla“
(Yemaya)
– Dieser cabildo wurde von seiner Tochter Josefa Herrera
(Echubi Pepa) bis 1947 geleitet
– In Afrika geboren, soll die Ikin in seinem Bauch nach
Kuba gebracht haben
– // Geschichten über die otan (Steine d. Orisha)
– Mit Hilfe von Carlos Ade Bi ikin rekonsekriert
Ifá‘s Weg von Yorùbáland nach
Kuba
• Carlos Ade Bi
– Wurde freigekauft, nachdem er für zwei
spanische Gäste seines Herrn erfolgreich ein
Orakel gestellt hatte
– Benutzte dabei eine aus Orangenschalen
improvisierte opele
Ifá‘s Weg von Yorùbáland nach
Kuba
• In der Zeit, als sich die Cabildos als „social
clubs“ reorganisierten, lösten sich die
ethnischen Unterscheidungen zwischen den
Clubs allmählich auf
• Zunächst konnten alle mit YorùbáAbstammung demselben Klub beitreten
• Schließlich konnte man durch Initiation
Lucumi werden
Ifá‘s Weg von Yorùbáland nach
Kuba
• Wichtige Babalawos, die von Ade Bi und
Adechina initiiert worden sind:
• Eulogio Rodriguez Gaitán (Tata Gaitán), ein
Kreole gemischter Herkunft
• Bernardo Rojas Torres, ein Mulatte, ein
erfolgreicher Geschäftsmann und der Leiter
des wichtigsten casa-templo in Kuba um
1950
Obara meji, das Ifá-Zeichen (Odu)
von Adechina
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II
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Eulogio Rodriguez Gaitán (Papa Gaitán)
Bernardo Rojas Torres
Egungun-Maske
Egungun Tänzer in Yorùbáland

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