Häufige Fragen zu Stiftungen
Was ist eine Stiftung?
Eine Stiftung ist ein Rechtsinstitut bzw. eine so genannte Körperschaft, die von einem oder mehreren
Stiftern gegründet wird und die Aufgabe hat, mit dem ihr überlassenen Vermögen dauerhaft den
vom Stifter bestimmten Stiftungszweck zu erfüllen.
Welche Vorteile bietet eine Stiftungsgründung?
Die Vorteile sind zahlreich. Angefangen bei dem guten Gefühl, ein sinnvolles Lebenswerk zu
hinterlassen, den Erhalt des eigenen Namens, den Erhalt der über Jahrzehnte erworbenen
Vermögenswerte bis hin zu vielen steuerlichen Vorteilen. In diesem Zusammenhang ist auch die
Drittellösung zu erwähnen: demzufolge ist es dem Stifter erlaubt, ein Drittel der jährlichen Erträge
für sich und die nächsten Angehörigen zu verwenden.
Welche Zwecke kann eine Stiftung verfolgen?
Die Zwecke werden vom Stifter vorgegeben. Hier gilt die Devise: Es ist praktisch alles möglich, was
der Stifter wünscht. Er kann sich um die Umwelt kümmern, um die wissenschaftliche Forschung, um
den Denkmalschutz, die Musik, die Literatur, den Tierschutz etc. Mit seinem Stiftungszweck schreibt
der Stifter seine individuelle Biographie fort.
Wie unterscheiden sich rechtsfähige und treuhänderische Stiftungen?
Die selbständige, „rechtsfähige“ Stiftung ist eine juristische Person, die Trägerin von Rechten und
Pflichten ist. Die Organe der Stiftung sind Vorstand und Stiftungsrat. Die Gründung einer
rechtsfähigen Stiftung muss von der Stiftungsbehörde anerkannt werden; danach unterliegt sie der
staatlichen Aufsicht.
Die treuhänderische Stiftung (unselbständige Stiftung) besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit und
kann nicht Trägerin von Rechten und Pflichten sein. Ihr liegt ein Vertrag zwischen Stifter und einem
Treuhänder zu Grunde. Er handelt rechtsgeschäftlich für die Stiftung. Die Treuhandstiftung kann
relativ unbürokratisch gegründet werden. Steuerrechtlich sind Treuhandstiftungen rechtsfähigen
Stiftungen gleichgestellt und bringen dieselben Vorteile für den Stifter mit sich.
1
Wieviel Kapital muss ich meiner Stiftung zur Verfügung stellen?
Die Kapitalausstattung ist abhängig von dem Zweck, den die Stiftung verfolgen soll. Kinder, denen der
Ertrag von EUR 1.000 aus einer 50.000-EUR-Stiftung in Form von neuem Spielzeug zugute kommt,
werden sich jedes Jahr aufs Neue darüber freuen. Soll jedoch die Grundlagenforschung zur
Bekämpfung einer bestimmten Krankheit unterstützt werden, so ist ein wesentlich höheres Kapital
notwendig. Konsequenterweise muss der Zweck mit den für die Stiftung gestellten Mitteln im
Einklang stehen. Für eine Treuhandstiftung liegt das Mindestkapital bei ca. EUR 50.000.
Bleibt bei einer Stiftung das eingebrachte Kapital erhalten?
Ja! Der Kapitalerhalt ist das wesentliche Kriterium einer Stiftung. Werden Vermögenswerte auf eine
gemeinnützige Stiftung übertragen, bleiben diese Werte ungeschmälert bewahrt. Es fallen weder
Erbschaft- noch Schenkungssteuern an. Die Stiftungszwecke werden dank der jährlichen Erträge
erfüllt.
Kann nur Geld in eine Stiftung eingebracht werden?
Grundsätzlich können einer Stiftung alle bewertbaren Vermögensgegenstände, wie z.B. Immobilien,
Wertpapierfonds, Grundstücke und Kunstwerke übertragen werden.
Muss ich bei einer Gründung zu Lebzeiten mein ganzes Vermögen in die Stiftung
einbringen?
Ein ganz klares "Nein". Es ist ratsam, mit einem kleineren Betrag zu beginnen, z.B. mit 50.000 oder
100.000 Euro. Man spricht in diesem Fall von der "Verprobung" der Stiftung. Sofern der Stifter dann
mit der Arbeit seiner Stiftung zufrieden ist und die guten Wirkungen sieht, wird er in der Regel der
Stiftung weitere Mittel zukommen lassen.
Wer kann stiften?
Jeder kann stiften. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Stifter, auch schon in jüngeren Jahren, schaffen
mit einer Stiftung eine wertvolle Lebensaufgabe, die sie mit Engagement gestalten. Oft wird das
Instrument der Stiftung auch genutzt, um den eigenen Nachlass zu regeln. Entweder sind keine Erben
vorhanden oder die vorhandenen Erben sollen anders bedacht werden. In diesen Fällen bietet sich
vielfach die Stiftung als Instrument der Nachlassregelung an.
2
Welchen Namen kann die Stiftung tragen?
Der Stifter kann, wenn er es wünscht, der Stiftung seinen Namen geben. Hierdurch kann der Stifter
auch für die nächsten Generationen die Stiftung mit seinem speziellen Gütesiegel versehen. Zahlreich
sind auch die Fälle, in denen im Stiftungsnamen der Stiftungszweck zum Ausdruck gebracht wird.
Kann ich mich als Stifter auch selbst in meiner Stiftung engagieren?
Ja. Nicht ohne Grund werden derzeit die meisten Stiftungen zu Lebzeiten gegründet. Die
Mitwirkungsmöglichkeiten bestimmt der Stifter selbst. Häufig möchte er sich auf die Realisierung des
Stiftungszwecks konzentrieren, die Verwaltungsarbeit wird dann delegiert, zum Beispiel an
professionelle Partner wie die Deutsche Stiftungsagentur.
Welche steuerlichen Vorteile habe ich durch eine Stiftung?
95 Prozent der deutschen Stiftungen sind als gemeinnützig anerkannt. Der Staat belohnt
gemeinnützige Stiftungen mit der Freistellung von Schenkungs- und Erbschaftsteuer. Somit kann das
Vermögen ungeschmälert übertragen werden. Die Erträge, die die Stiftung alljährlich erzielt, sind von
allen Steuern befreit. Im Hinblick auf die Einkommensteuer hat der Stifter die Möglichkeit, einmalig
bei Stiftungsgründung bis zu 1 Mio. Euro – beliebig verteilbar auf 10 Jahre – steuerlich abzusetzen.
Der allgemeine Höchstbetrag für Spenden beträgt 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Für
Unternehmen, die spenden möchten, gilt der Höchstsatz von 4 Promille der Summe der Umsätze,
Löhne und Gehälter.
Ist es schwierig, eine Stiftung zu führen?
Die Führung einer Stiftung kann mit der eines Vereins verglichen werden. Details, die zu beachten
sind, können entweder der einschlägigen Literatur entnommen oder durch Zuhilfenahme eines
Fachmannes geklärt werden. Darüber hinaus hat jeder Stifter die Möglichkeit, die Verwaltung seiner
Stiftung z.B. an die Deutsche Stiftungsagentur zu delegieren.
Ist eine Stiftungssatzung kompliziert?
Ja und Nein. Generell ist es jedermann möglich, in Eigenregie eine Satzung zu erstellen. Die
Einarbeitung kostet allerdings entsprechend Zeit und Energie. Vor diesem Hintergrund kann es
sinnvoll sein, entsprechende Berater- und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
3
Benötige ich zur Stiftungserrichtung einen Notar?
Nein. Das Stiftungsgeschäft sowie die Satzung werden einfach von Ihnen bzw. Ihrem Berater bei der
zuständigen Anerkennungsbehörde bzw. beim Finanzamt eingereicht. Dennoch ist in vielen Fällen
der Rat eines Experten zu empfehlen. Die Deutsche Stiftungsagentur kann Ihnen entsprechende
Partner benennen.
Wann sollte ich meine Stiftung errichten?
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: die Stiftungsgründung von Todes wegen sowie die
Stiftungsgründung zu Lebzeiten. Die Errichtung zu Lebzeiten ist seit einiger Zeit im Trend, nicht
zuletzt, weil sie zahlreiche Vorteile bietet: zum einen kann der Stifter die Erfolge seiner Stiftung zu
Lebzeiten genießen, zum anderen kann er die Stiftungsarbeit kontrollieren, lenken und
gegebenenfalls nachbessern. Alternativ ist es auch möglich, eine Stiftung durch Testament zu
errichten.
Welchen Zeitaufwand erfordert die Führung einer Stiftung?
Der notwendige Zeitaufwand ist abhängig vom Stiftungszweck. Unterstützt die Stiftung mit den
Erträgen eine gemeinnützige Organisation, so reduziert sich die Stiftungsarbeit auf ein Minimum von
einigen Tagen Arbeit im Jahr. Organisiert die Stiftung jedoch z.B. eine Preisverleihung, vergibt sie
Stipendien oder realisiert sie eigene Naturschutzprojekte, so ist der Zeitaufwand entsprechend
höher.
Wie errichte ich meine eigene Stiftung?
Es sind 6 einfache Schritte zu Ihrer eigenen Stiftung erforderlich:
1. Sie legen den Zweck Ihrer Stiftung fest.
2. Sie bestimmen die Höhe des Vermögens, das Sie Ihrer Stiftung zur Verfügung stellen wollen
(Treuhandstiftungen ab EUR 50.000).
3. Die Stiftungssatzung und der Stiftungsvertrag werden nach Ihren Vorgaben von uns (in
Zusammenarbeit mit der DS Deutschen Stiftungsagentur GmbH und der Estate Planning GmbH)
ausgearbeitet und erstellt.
4. Die Stiftungssatzung und der Stiftungsvertrag werden von Ihnen unterzeichnet und bei den
zuständigen Behörden zur Prüfung und Genehmigung eingereicht.
5. Das Vermögen wird auf ein gesondertes Treuhandkonto der Stiftung übertragen und auf Basis
eines Vermögensverwaltungsvertrags mit uns und durch uns verwaltet.
6. Mit der Umsetzung des Stiftungszwecks kann begonnen werden.
4

Häufige Fragen zu Stiftungen