RHESUSINKOMPATIBILITÄT
Dzt: ~ 100 pränatal behandlungsbedürftige
Rhesusinkompatibilitäten in DEUTSCHLAND
Dzt: ~10 pränatal behandlungsbedürftige
Rhesusinkompatibilitäten in ÖSTERREICH
 Selektion dieser Fälle entscheidend
Univ. Frauenklinik Wien,
Abt. f. pränatale Diagnostik und Therapie
Rhesusfaktor lokalisiert am
Chromosom
1 p 34-36
10 Exons – unterschiedliche Primer
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SCREENING
Bei jeder Schwangeren:
BG, Rhesusfaktor
Coombs-Test
DIAGNOSTIK
Mütterliche Blutgruppe: 0
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SCREENING
BG, Rhesusfaktor
Coombs-Test
DIAGNOSTIK
AK bei Mutter vorhanden
KELL, DUFFY, KIDD etc.
Gleiche Diagnostik und Therapie
wie bei Rhesus
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RHESUS
DD :
KELL
 reife Ery betroffen
 auch Vorstufen der Ery betroffen
Retikulozytose
 weniger Vorstufen produziert
 keine Retikulozyten
ausgeschwemmt
 macht aplastische Anämie
 aggressiver als
Rhesusinkompatibilität
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SCREENING
BG, Rhesusfaktor
Coombs-Test
DIAGNOSTIK
Mütterliche Blutgruppe: Rh-negativ
 neg. Coombstest
A: 2-monatl. Kontrollen
D: Kontrolle 24. - 27. SSW
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WIRKUNGSMECHANISMUS
DER RHESUSPROPHYLAXE
 Blockierung der Antigene an fetalen Erythrozyten
 Zentrale Verhinderung der AK-Produktion
 Volle Wirkungsdauer 3 Wochen
(IgG 1 Halbwertszeit 21 Tage)
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AK-BESTIMMUNG
NACH PROPHYLAXE
• AK-Titer kann bis zu 11 Wochen nach
Prophylaxe positiv sein
• max. Werte bis 1 : 16
• Präpartale Prophylaxe 28. SSW:
wirtschaftlicher Kompromiß
Schutz für etwa 12 Wochen
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POSTPARTALE PROPHYLAXE
(Mutter keine AK, Kind Rh. pos.)
• 300 mg Anti-D-Immunglobulin
• Fetomaternale Transfusion bis 25 ml Fetalblut abgedeckt
• ~ bei 1 - 4 %o aller Entbindungen Makrotransfusion
(Pl. prävia, manuelle Plazentalösung usw.)
Erfassung durch Kleihauer-Bethke-Test:
HbF-Zellzählung im mütterlichen Blut
bei Makrotransfusion zusätzliche Nachimmunisierung
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ERHÖHTES RISIKO FÜR
MAKROTRANSFUSION
 Starke Lösungsblutung, atoner Uterus
 Multiparität, Mehrlingsschwangerschaft
 Prolongierte Geburt
 Unvollständige Plazenta
 Hydramnion
 Vorzeitige Wehen
 Partielle Plazentalösung
 Vorzeitige Plazentalösung
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URSACHEN FÜR MATERNALE
ALLOIMMUNISIERUNG
• Vergessene Anti D Prophylaxe nach Geburt, Abort,
Punktion, Interruptio, Tubaria
• „Impfversager“ - inadäquate Dosierung
- Immunisierung vor Applikation
• Inkompatible Bluttransfusion
• Immunisierung in der Schwangerschaft
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SCREENING
BG, Rhesusfaktor
Coombs-Test
DIAGNOSTIK
Mütterliche Blutgruppe: Rh-negativ
 pos. Coombstest
bis 1 : 4
Kontrolle 4 - 8 Wochen
1:8
Kontrolle 2 - 4 Wochen
1 : 16 Zentrum für PND
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RHESUSINKOMPATIBILITÄT:
QUALITÄTSMANAGEMENT
So wenig invasiv wie notwendig
So viel invasiv wie erforderlich
 Primäre Diagnostik
 Sekundäre Diagnostik (Verlaufskontrollen)
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RHESUSINKOMPATIBILITÄT
(ohne Therapie)
45 % keine oder geringe Anämie
30 % mittelgradige Anämie  postpartale Therapie
erforderlich (Kernikterus etc.)
25 % Hydrops  Absterben in utero oder unmittelbar
post partum
Die Hälfte davon entwickelt Hydrops
zwischen 18. u. 30. SSW
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INVASIVE DIAGNOSTIK
Indikation zur ersten Chordozentese
Zeitpunkt:
-
20
-
24
Abhängig von: Anamnese
Hydropszeichen
AK Titer
NS-Position
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-
SSW
INDIKATION ZUR INTRAUTERINEN
TRANSFUSION
Wann?
Was?
Fetale Blutgruppe Rhesus-positiv und
Hämatokrit unter 30 %
0 neg. Erythrozytenkonzentrat,
filtriert, gewaschen, bestrahlt
(HK zwischen 70 % und 80 %)
Wieviel? Abhängig von SSW bzw. Größe
des Kindes:
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5 bis max. 50 ml
filtriert:
leukozytendepletiert
gewaschen: mit NaCl versetzt, nach zweitem
Zentrifugationsvorgang wird
Überstand abgepreßt
bestraht:
g-bestrahlt, um letzte ev. noch vorhandene Leukos zu eliminieren
damit kein craft versus host
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ULTRASCHALL
Frühzeitige Erkennung von Hydropszeichen
Vorboten: Zunahme des Abdomenumfanges
(Hepatosplenomegalie)
Hydramnion
Plazentadicke 
Herzgröße 
Durchmesser der V. umbilicalis 
Perikarderguß
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STRÖMUNGSGESCHWINDIGKEIT IN
A. CEREBRI MEDIA BEI ANÄMIE
max. StrömungsKlin.
geschw.
Relevanz
Sensitivität
falsch-pos.Rate
TEIXEIRA et al 2000
gut
73 %
20 %
MARI et al 2000
gut
100 %
12 %
BAHADO-SING et al 2000
gut
72 %
13 %
gut
100 %
21 %
BAHADO-SING et al 2000
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(Milzarterie)
STRÖMUNGSGESCHWINDIGKEIT
(Rhesusinkompatibilität)
•
•
•
•
•
Viskositätsänderung bei Anämie
Strömungsgeschwindigkeit
Abh. vom Einfallswinkel, Gefäßdurchmesser etc.
Aussagekraft im Einzelfall ?
Grenzwerte ?
Unterschiedliche, nicht vorhersehbare
Verlaufsformen
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INDIKATION ZU WEITERER
INTRAUTERINER TRANSFUSION
Abhängig von:
Ausgangs- bzw. Endhämatokrit
Hydropszeichen
Hämatokritabfall / Tag
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HYDROPSZEICHEN
Fetaler Aszites
Hautödem
Perikarderguß
< HK 15
< Hb 4
VORZEICHEN
Polyhydramnion
< HK 20
Plazentadicke 
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MÜTTERLICHE RH-AK
Können post partum bis zu 6 Wochen im
Neugeborenen persistieren
 Weiterhin Hämolyse, Bilirubin  , Anämie
 Ev. neonatal Ery-Konzentrat notwendig
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BILIRUBIN
Mit Geburt Bilirubin Clearance unterbrochen
 Bilirubin nicht mehr über Plazenta abgegeben
Reife Neugeborene haben eine für Bilirubin
undurchlässigere Bluthirnschranke
Phototherapie, Austauschtransfusion
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Rhesus_Kos2006