Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
Wiss. Mitarbeiter Dr. Markus Junker
Urheberrechtliche Probleme
beim Einsatz von Multimedia
und Internet in Hochschulen
Vortrag im Rahmen des Juristentreffens
der Hochschulübergreifenden Fortbildung
NRW an der Universität Dortmund
Dienstag, 25. Juni 2002
10:30 bis 12:30
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
I. Urheberrecht, Multimedia und
Internet in Bildungseinrichtungen
II. Ausgewählte urheberrechtliche
Fragen
III. Informationen zum Urheberrecht
im Internet
[Folie Nr. 2]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
1. Geltung des Urheberrechts im
Internet
2. Grundgedanken des Urheberrechts
3. Rechtsquellen des Urheberrechts
[Folie Nr. 3]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 1. Geltung des Urheberrechts im Internet
Internet
[Folie Nr. 4]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 1. Geltung des Urheberrechts im Internet
Das Internet ist
=> global
=> dezentral
=> digital
=> Ist das Internet ein rechtsfreier Raum?
[Folie Nr. 5]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 1. Geltung des Urheberrechts im Internet
Geltung des Urheberrechts?
Ja!
Probleme:
=> Welches Recht ist anwendbar?
=> Die Gerichte welchen Staates sind
international zuständig?
[Folie Nr. 6]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 1. Geltung des Urheberrechts im Internet
Durchsetzung von
Urheberrechten:
Schwierig!
 Schutz mit Hilfe von Technik
(Suchmaschinen, Rights Protection System,
Kopierschutz, Electronic Copyright Management
Systems u.a.)
 Grenzen der Technik („Code as Law“)?
Inwieweit sollen technische Schutzmaßnahmen die
Rechte des Nutzers einschränken dürfen?
[Folie Nr. 7]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
1. Geltung des Urheberrechts im
Internet
2. Grundgedanken des Urheberrechts
3. Rechtsquellen des Urheberrechts
[Folie Nr. 8]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 2. Grundgedanken des Urheberrechts
Urheberrecht:
 Schutz der Persönlichkeit und wirtschaftlicher
Interessen
 Recht, einem anderen etwas zu verbieten
 kein ewiges oder unbeschränktes Recht
[Folie Nr. 9]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 2. Grundgedanken des Urheberrechts
Begründung:
• Schutz des Ergebnisses geistigen individuellen
Schaffens
• Ausgleich für die zur Schaffung geistiger Güter
erforderlichen Investitionen
• Belohnung für Beitrag zur Kulturentwicklung
[Folie Nr. 10]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
1. Geltung des Urheberrechts im
Internet
2. Grundgedanken des Urheberrechts
3. Rechtsquellen des Urheberrechts
[Folie Nr. 11]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 3. Rechtsquellen
- Internationale Ebene
- Europäische Ebene
- Nationale Ebene
[Folie Nr. 12]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 3. Rechtsquellen - Internationale Ebene
 Berner Übereinkunft [1886], mehrfach revidiert
[zuletzt 1971]
 Welturheberrechtsabkommen [1952]
 TRIPS-Abkommen [1994]
 WIPO Copyright Treaty (WCT) [1996]
 WIPO Performances and Phonograms Treaty [1996]
[Folie Nr. 13]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 3. Rechtsquellen - Europäische Ebene
 Richtlinien der „ersten Generation“:
- 1991: „Computer-Richtlinie“
- 1992: „Vermiet- und Verleih-Richtlinie“
- 1993: „Satelliten-Richtlinie“
- 1993: „Schutzdauer-Richtlinie“
- 1996: „Datenbank-Richtlinie“
- 2001: „Folgerechts-Richtlinie“
 Richtlinien der „zweiten Generation“:
- 2001: „Multimedia-Richtlinie“
[Folie Nr. 14]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes I. 3. Rechtsquellen - Nationale Ebene
 Urheberrechtsgesetz (UrhG)
 Verlagsgesetz (VerlG)
 Urheberrechtswahrnehmungsgesetz (UrhWahrnG)
Beachte:
- Änderung zum 01.07.2002: Inkrafttreten der
Änderungen im Urhebervertragsrecht
- Umsetzung bis zum 22.12.2002: „MultimediaRichtlinie“ (siehe Referentenentwurf des BMJ)
Rechtsrahmen für das Internet:
- IuKDG + EGG (Bund; geändert 12/2001)
- MDStV (Länder; Änderung zum 01.07.2002)
[Folie Nr. 15]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
I. Urheberrecht, Multimedia und
Internet in Hochschulen
II. Ausgewählte urheberrechtliche
Fragen
III. Informationen zum Urheberrecht
im Internet
[Folie Nr. 16]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. Einblick - Ausgewählte urheberrechtliche Fragen
1. Unter welchen Voraussetzungen ist ein Werk
urheberrechtlich geschützt?
2. Wer ist Inhaber des Urheberrechts?
3. Welche Rechte hat der Urheber?
4. Welche Nutzungshandlungen sind von
Gesetzes wegen zulässig?
5. Wie kann man die Rechte „erwerben“?
[Folie Nr. 17]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. Urheberrechtlicher Schutz
a) Entstehung des Schutzes
b) Umfang des Schutzes
c) Ende des Schutzes
[Folie Nr. 18]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 1. a) Entstehung des Schutzes
Fall 1: „Die Web-Site des Lehrstuhls“
Professor P möchte auf seiner Homepage zum einen
Informationen über den Lehrstuhl (u. a. Fotos von sich und
seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Foto des
Gebäudes sowie einen Anfahrts- und Lageplan) und zum
anderen Unterrichtsmaterialien zu seinen Veranstaltungen (u.a.
ein Vorlesungsvideo, eine Online-Bibliothek mit seinen
Veröffentlichungen sowie Vorlesungsskripte, Hausarbeitstexte
und Seminararbeiten) anbieten. Beim Aufruf bestimmter Seiten
ertönt außerdem Hintergrundmusik. Abgerundet wird das
Angebot von einer Linksammlung.
Frage 1: Muß P einen Copyright-Vermerk anbringen, damit die
Materialien geschützt sind?
[Folie Nr. 19]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. a) Entstehung des Schutzes
aa) Keine formellen Voraussetzungen:
 Keine Eintragung oder Registrierung
erforderlich!
<> Register für anonyme und pseudonyme
Werke
<> Anmeldung bei Verwertungsgesellschaft
<> Gewerbliche Schutzrechte (Ausnahmen!)
 Kein Urheberrechtsvermerk erforderlich! Vertrag?
 Kein Vermerk „Alle Rechte vorbehalten“
(Ausnahme: § 49 UrhG)!
[Folie Nr. 20]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. a) Entstehung des Schutzes
Nicht erforderlich, um „Recht zu haben“,
aber um „Recht zu bekommen“:
(a) Kein Register in D (aber ggf. Registrierung
beim US Copyright Office)
(b) Anmeldung des Werkes bei einer
Verwertungsgesellschaft als Indiz
(c) Urheberrechtsvermerk!
Dieses Werk ist durch das deutsche Urheberrechtsgesetz
und internationale Verträge urheberrechtlich geschützt.
© + Jahreszahl der ersten Veröffentlichung + Name
All Rights Reserved. Alle Rechte vorbehalten.
[Folie Nr. 21]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. a) Entstehung des Schutzes
bb) Materielle Voraussetzungen:
 „persönliche Schöpfung“ mit „geistigem
Gehalt“
 „eine ihn repräsentierende sinnlich
wahrnehmbare Formgestaltung“ (<> Idee)
 „schöpferische Eigentümlichkeit“
(<> durchschnittliches, handwerksmäßiges
Schaffen ohne individuelle Eigenheiten)
[Folie Nr. 22]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 1. a) Entstehung des Schutzes
Fall 1: „Die Web-Site des Lehrstuhls“
Professor P möchte auf seiner Homepage zum einen
Informationen über den Lehrstuhl (u. a. Fotos von sich und
seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Foto des
Gebäudes sowie einen Anfahrts- und Lageplan) und zum
anderen Unterrichtsmaterialien zu seinen Veranstaltungen (u.a.
ein Vorlesungsvideo, eine Online-Bibliothek mit seinen
Veröffentlichungen sowie Vorlesungsskripte, Hausarbeitstexte
und Seminararbeiten) anbieten. Beim Aufruf bestimmter Seiten
ertönt außerdem Hintergrundmusik. Abgerundet wird das
Angebot von einer Linksammlung.
Frage 2: Welche Komponenten können urheberrechtlich
geschützt sein?
[Folie Nr. 23]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. a) Entstehung des Schutzes
– Texte incl. Software (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG)
– Hintergrundmusik (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 UrhG;
ggf. Rechte der ausübenden Künstler (§§ 73
ff. UrhG) und der Tonträgerhersteller (§§
85f. UrhG))
– Bilder / Grafiken (§ 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG)
– Fotos (§ 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG, §§ 72ff. UrhG)
– Videos (§ 2 Abs. 1 Nr. 6 UrhG, § 95 UrhG)
– Pläne/Karten (§ 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG)
[Folie Nr. 24]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. a) Entstehung des Schutzes
– Bearbeitungen (§ 3 UrhG -> § 23 UrhG)
Bsp.: Übersetzung eines Buches
– Sammel- und Datenbankwerke
(§ 4 UrhG <=> §§ 87a ff. UrhG)
Bsp.: CD-ROM (Lexikon <=> Telefonbuch)
– Amtliche Werke (§ 5 UrhG)
Bsp.: Normen (z.B. UrhG, Promotionsordnung),
und Gerichtsentscheidungen
[Folie Nr. 25]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. Urheberrechtlicher Schutz
a) Entstehung des Schutzes
b) Umfang des Schutzes
c) Ende des Schutzes
[Folie Nr. 26]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. b) Umfang des Schutzes
aa) Umfang des Schutz abhängig von
Werkarten
bb) Je größer die Eigentümlichkeit, desto
größer der Schutz
cc) Gegenstand des Schutzes:
(1) Inhalt (nicht bei allen Werkarten)
(2) Form (äußere und innere Form)
[Folie Nr. 27]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. Urheberrechtlicher Schutz
a) Entstehung des Schutzes
b) Umfang des Schutzes
c) Ende des Schutzes
[Folie Nr. 28]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 1. c) Ende des Schutzes
„70 Jahre nach dem Tode des Urhebers“
=> EG: Schutzdauer-Richtlinie von 1993
=> USA: ebenfalls Ausweitung auf 70 Jahre
=> Aber international verschieden!
(Bsp.: Projekt Gutenberg)
=> Bei Fristberechnung aufpassen!
Übergangsvorschriften beachten
[Folie Nr. 29]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. Ausgewählte urheberrechtliche Probleme
1. Das Werk
2. Der Urheber
3. Rechte des Urhebers
4. Schranken der Rechte
5. Urhebervertragsrecht
[Folie Nr. 30]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 2. Der Urheber
a) „Urheber ist der Schöpfer des Werkes.“
=> niemals die Universität oder eine andere
juristische Person!
Ausnahmen: Erbfall / Übergangsrecht
=> nicht der Arbeitgeber!
Aber Einräumung von Nutzungsrechten.
Sonderfälle: Computerprogramme / Filme
=> Problem: Urheberschaft bei der
Beteiligung mehrerer Personen
[Folie Nr. 31]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 2. Der Urheber
b) Fall 2: „Dissertationen online“
Dr. D möchte seine Doktorarbeit im Internet
veröffentlichen. Sein Doktorvater, Professor P,
behauptet, er habe ihm das Thema gegeben
und sei als Miturheber berechtigt, seine
Zustimmung zur Veröffentlichung im Internet
zu verweigern.
Wie ist die Rechtslage?
[Folie Nr. 32]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. Ausgewählte urheberrechtliche Probleme
1. Das Werk
2. Der Urheber
3. Rechte des Urhebers
4. Schranken der Rechte
5. Urhebervertragsrecht
[Folie Nr. 33]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 3. Rechte des Urhebers
Urheberpersönlichkeitsrechte (§§ 12ff. UrhG)
[Folie Nr. 34]
Verwertungsrechte
(§§ 15ff. UrhG)
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 3. Rechte des Urhebers
a) Urheberpersönlichkeitsrechte
(§§ 12ff. UrhG)
Insbesondere:
- Veröffentlichungsrecht
- Anerkennung der Urheberschaft
(ergänzend: § 24 HRG)
- Schutz vor Entstellung des Werkes (Bsp.: Frames)
auch: Zugangsrecht und Rückrufsrecht wegen
gewandelter Überzeugung (siehe OLG Celle)
[Folie Nr. 35]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 3. Rechte des Urhebers
b) Verwertungsrechte (§§ 15ff. UrhG)
aa) Verwertung in körperlicher und
in unkörperlicher Form, z.B.:
(1) Vervielfältigungsrecht (z.B. Druck, Upload)
(2) „Vertrieb“:
(a) Verbreitungsrecht (z.B. Buch, CD-ROM)
(b) Recht der öffentlichen Wiedergabe (z.B. Internet;
=> § 19a UrhG-E: „öffentliche Zugänglichmachung“)
(3) Bearbeitung (z.B. von Computerprogrammen
=> „Open Source“)
[Folie Nr. 36]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 3. Rechte des Urhebers
b) Verwertungsrechte (§§ 15ff. UrhG)
bb) Sonderprobleme:
(1) Hyperlinks (Inline-Links,
Frames, Deep Links)
(2) Indexierung durch Suchmaschinen und Aufnahme in
Internet-Archive
[Folie Nr. 37]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
II. 3. Rechte des Urhebers
b) Verwertungsrechte (§§ 15ff. UrhG)
cc) Was ist Öffentlichkeit (§§ 6, 12,
15 Abs. 3, 17, 53 Abs. 3 UrhG)?
(1) Offene Mailing-Liste für
Vorlesung?
(2) Geschlossene Nutzergruppe eines
Online-Seminars?
(3) Intranet des Lehrstuhls?
(4) Intranet der Universität?
[Folie Nr. 38]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. Ausgewählte urheberrechtliche Probleme
1. Das Werk
2. Der Urheber
3. Rechte des Urhebers
4. Schranken der Rechte
5. Urhebervertragsrecht
[Folie Nr. 39]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 4. Schranken der Rechte
a) Überblick
aa) Nur Verwertungsrechte
bb) z.T. statt Verbotsrecht nur Anspruch auf
Vergütung (z.B. Verleihen und Kopieren zum
eigenen Gebrauch => VG WORT-Tantieme)
cc) z.T. auch kein Anspruch auf Vergütung (z.B.
Zitatrecht (aber Änderungsverbot und Gebot der
Quellenangabe)
[Folie Nr. 40]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 4. Schranken der Rechte
b) Katalog von Vorschriften im UrhG
(„Schranken“), z.B.:
aa) Zitatrecht
- § 51 UrhG
bb) Öffentliche Wiedergabe
- § 52 UrhG
cc) Vervielfältigung zum privaten und
sonstigen eigenen Gebrauch - § 53 UrhG
[Folie Nr. 41]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes Exkurs:
Exkurs:
(1) Ablauf der Schutzfrist (§§ 64ff. UrhG)
=> gemeinfreie Werke, Public Domain
(2) Freie Benutzung von Werken (§ 24 UrhG)
=> z.B. Satire! Aber Vorsicht bei Musik!
(3) Amtliche Werke (§ 5 UrhG)
=> z.B. Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen
[Folie Nr. 42]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 4. Schranken (§§ 52, 53 UrhG)
Fall 3: „Musikdateien im Internet“
D bietet auf dem Studentenserver der
Universität E bekannte Musiktitel im mp3Format kostenlos zum Herunterladen an. F
lädt sich die Datei herunter.
Frage 1: Verletzt D
Rechte Dritter?
Frage 2: Haftet E für eine eventuelle
Rechtsverletzung von D
Frage 3: Ist das Verhalten des F rechtmäßig?
[Folie Nr. 43]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 4. Schranken (§ 53 UrhG)
Fall 4: „Kopieren“
Student S kopiert sich von seinem Freund
F das im V-Verlag neu erschienene Buch
des Professors P samt Software-CD-ROM.
S meint, das Buch sei einfach zu teuer,
um es sich zu kaufen; er benötige es aber
dringend für sein Studium.
[Folie Nr. 44]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 4. Schranken (§ 53 UrhG)
Frage 1: Begeht S eine Urheberrechtsverletzung,
indem er sich das Lehrbuch kopiert?
[siehe § 53 Abs. 2 Nr. 1, 53 Abs. 4 lit. b) UrhG]
Frage 2: Begeht S eine Urheberrechtsverletzung,
indem er sich die Lernsoftware kopiert?
[siehe §§ 69d, 53 Abs. 5, 87c Abs. 1 S. 1 Nr. 1 UrhG]
Beachte bei den Fällen 4 und 5 die Unterschiede in
der Rechtslage nach dem Vorschlag des BMJ zur
Umsetzung der Multimedia-Richtlinie vom
18.03.2002!
[Folie Nr. 45]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. Ausgewählte urheberrechtliche Probleme
1. Das Werk
2. Der Urheber
3. Rechte des Urhebers
4. Schranken der Rechte
5. Urhebervertragsrecht
[Folie Nr. 46]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
a) Ausgangssituation:
- Nutzung nicht immer von Gesetzes wegen
zulässig („Schranken“)!
- Kein sog. „gutgläubiger Erwerb“ von
Nutzungsrechten!
- Haftungsrisiko (zivil- und strafrechtlich)!
=> Erwerb von Nutzungsrechten erforderlich!
(siehe remus-Checkliste „Rechteerwerb“)
[Folie Nr. 47]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes Exkurs: Haftung für Urheberrechtsverletzungen
– strafrechtlich (§§ 106ff. UrhG)
• Geld- und Freiheitsstrafe
– zivilrechtlich (§§ 97ff. UrhG
• Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch
• Bereicherungsanspruch
• Schadensersatzanspruch
> Haftungsfilter: § 8ff. TDG und § 5 MDStV
> Besonderheiten bei der Schadensberechnung
Beachte: Abmahnkosten
Copyright Markus Junker 1999 [Folie Nr. 48]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
b) Rechtsquellen:
aa) Normen
(1) Bürgerliches Gesetzbuch
(Schuldrechtsreform zum 01.01.2002; Grenzen
der Vertragsfreiheit, z.B. bei Allgemeinen
Geschäftsbedingungen)
(2) Urheberrechtsgesetz (Beachte Änderungen,
insbesondere „angemessene Vergütung“)
[Folie Nr. 49]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
(3) Urheberrechtswahrnehmungsgesetz (Recht
der Verwertungsgesellschaften, z.B. GEMA,
GVL, VG WORT, VG Bild-Kunst u.a.)
(4) Verlagsgesetz (nicht zwingend; in Praxis
z.B. Empfehlungen der Verbände; Bsp.:
Vereinbarung über Vertragsnormen bei
wissenschaftlichen Verlagswerken)
(5) Tarifverträge
[Folie Nr. 50]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
bb) Verträge
(1) Allgemeine Geschäftsbedingungen
(2) Vertragsmuster
(3) Beispiele:
(a) Verträge mit Verwertungsgesellschaften
(auch sog. „Gesamtverträge“)
(b) Arbeitsverträge (§§ 43, 69b UrhG)
(c) GNU General Public License (GNU GPL)
(d) Web-Design-Vertrag
[Folie Nr. 51]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
c) Inhalt von Urheberrechtsverträgen:
aa) Grundlagen:
(1) Keine Übertragung des Urheberrechts
möglich (nur im Todesfall!)
(2) Stattdessen „Einräumung von
Nutzungsrechten“
(3) Nur verwertungsrechtliche Befugnisse
[Folie Nr. 52]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
bb) Umfang des Nutzungsrechts:
(1) einfache ./. ausschließliche Nutzungsrechte
(2) räumliche, zeitliche, inhaltliche
Beschränkung; verschiedene Nutzungsarten
=> wichtig: § 31 Abs. 4 UrhG!
(3) Auslegung: Zweck des Vertrages
(§ 31 Abs. 5 UrhG)
[Folie Nr. 53]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
Fall 5: „Die Online-Bibliothek“
Professor P hat seit den siebziger Jahren bis heute
zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften, Beiträge in
Festschriften und Artikel in einer Zeitung des VVerlags veröffentlicht.
In den Verlagsverträgen gibt es keine Klausel,
wonach dem V-Verlag die Rechte zur Publikation der
Werke im Internet zustünden.
[Folie Nr. 54]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
Fall 5: „Die Online-Bibliothek“
Um seine wissenschaftliche Tätigkeit zu
dokumentieren, möchte Professor P daher die
Aufsätze und Beiträge in einer Online-Bibliothek auf
seiner Homepage im Internet zum Herunterladen
anbieten.
Frage 1: Muss Professor P den V-Verlag für die
Zeitschriftenbeiträge um Zustimmung bitten, soweit
es sich um Beiträge aus den siebziger Jahren handelt?
.
[Folie Nr. 55]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes II. 5. Urhebervertragsrecht
Fall 5: „Die Online-Bibliothek“
Frage 2: Ändert sich die Rechtslage, soweit es sich um
Zeitschriftenbeiträge handelt, die Professor P dem VVerlag a) Anfang / b) Ende der neunziger Jahre
überlassen hat?
Frage 3: Wie ist die Rechtslage, wenn der V-Verlag zu
diesem Zeitpunkt - anders als in Frage 2 - bereits im
Online-Publishing aktiv war?
.
[Folie Nr. 56]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
I. Urheberrecht, Multimedia und
Internet in Bildungseinrichtungen
II. Ausgewählte urheberrechtliche
Fragen
III. Informationen zum Urheberrecht
im Internet
Copyright Markus Junker 2001 [Folie Nr. 57]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes III. 1. Juristisches Internet-Projekt Saarbrücken, Abt. Urheberrecht
Juristisches Internet-Projekt Saarbrücken
- Abteilung Urheberrecht http://www.jura.uni-sb.de/urheberrecht/
- Normen (Linksammlung)
- Entscheidungen (Linksammlung)
- Literatur (Lehrbücher, Kommentare usw.)
- Diskussionsforum (Mailing-Liste URECHT)
- u.a.
[Folie Nr. 58]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
III. 2. JurPC
JurPC
Internet-Zeitschrift für
Rechtsinformatik
http://www.jurpc.de/
[Folie Nr. 59]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
III. 3. a) UVM NRW
Universitätsverbund Multimedia
Nordrhein-Westfalen
http://www.uvm.nrw.de/
[Ratgeber zum Multimediarecht für die
Hochschulpraxis]
[Folie Nr. 60]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
III. 3. b) DFN-Verein
DFN Kompetenzzentrum Recht
http://www.dfn.de/service/ra/ra.html
[Artikel zu Rechtsfragen; Schwerpunkt:
Betreuung von Rechenzentren]
[Folie Nr. 61]
Institut für Rechtsinformatik
- Universität des Saarlandes -
III. 3. c) remus
Projekt remus
(„Rechtsfragen von Multimedia und Internet
in Schulen und Hochschulen“)
http://remus.jura.uni-sb.de/
[Folie Nr. 62]

Kein Folientitel - remus